Der Mensch besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser, das er durch Schwitzen oder Urinieren ausscheidet und wieder ersetzen muss. «Auch Fische bestehen mehrheitlich aus Wasser», sagt Hitoshi Araki, Bio­loge am ETH-Wasserforschungsinstitut (Eawag), «also trinken sie auch.» Süsswasserfische trinken zwar nicht aktiv, aber sie nehmen permanent Wasser durch ihre Haut auf. Das ist das Prinzip der Osmose: Die Zellflüssigkeit der Fische hat einen höheren Salzgehalt als das den Fisch umgebende Wasser. Um die Differenz auszugleichen, saugt die Zell­flüs­sigkeit Wasser an. Das muss wie­der weg, also scheidet es der Fisch aus.

Anders bei den Salzwasserfischen: Der Salzgehalt in ihren Zellen ist geringer als im Wasser. Die Tiere verlieren wegen der Osmose Wasser und müssen es durch Trinken ersetzen. Das getrunkene Salz scheiden sie über Drüsen aus.

Fische, die sowohl in Süss- als auch in Salzwasser leben können, sind wahre Umstellungskünstler. «Sie passen ihre Nierenfunktion der Umgebung an», erklärt Araki: «So trinkt eine Regenbogenforelle im Süsswasser fast nichts, im Salzwasser aber täglich rund zehn Prozent ihres Gewichts.»