Zusammen mit einem Biologen entwickelt er derzeit ein Halsband, das Stress messen kann. Bei höch­stem Stress, ausgelöst durch einen Wolfsangriff, soll das Halsband einen Reiz aussenden, der den Isegrim vertreibt.

Möglich wären etwa ein Ultraschallton, ein unangenehmes Gas oder ein spezielles Geräusch. «Wir testen die verschiedenen Reize zuerst an Wölfen in Gefangenschaft und dann an wildlebenden Tieren», sagt Fabien Matter, der Initiant der Idee. «Wir wissen bereits, dass Wölfe sensibel auf Ultraschalltöne reagieren, während Schafe diese nicht hören.»

Ob ein solches Anti-Wolf-Halsband je serienmässig zu kaufen sein wird, ist indes ungewiss. Jean-Marc Weber von Kora, der Fachstelle für Raubtierforschung, glaubt, dass die Entwicklung sehr kompliziert ist. «Schafe lassen sich ja nicht nur durch Wölfe, sondern etwa auch von Wanderern mit Hunden stressen», sagt er. Zudem sei es fraglich, ob die Reize einen hungrigen Wolf wirklich abhalten können.

Schweizer Forscher haben auch schon versucht, ein Halsband gegen Luchsangriffe zu entwickeln – ein steifes Kunststoffband, das der Luchs, der stets den Hals packt, nicht durchbeissen kann. US-Forscher wiederum wollten Wölfe «umerziehen»: Sie steckten die ­Raub­tiere mit Rindern in ein Gehege ­und verpassten ihnen Elektroschocks, wenn sie einem Rind zu nahe kamen. Beide Methoden waren nicht praxis­tauglich.