Die Kaffeekapseln von Nespresso sind ein Riesenerfolg: Rund 4,8 Milliarden Stück hat die Firma im letzten Jahr produziert – und sie ist weiter auf Wachstumskurs. Weniger schön hingegen sind die riesigen Mengen Alu­minium, die nach dem Kaffeegenuss im Mülleimer statt im Recyc­ling landen.

Für die Schweiz gibt Nespresso zwar eine Recyclingquote von 60 Pro­zent an. Weltweit liegt diese allerdings unter 25 Prozent. Erst in fünf Ländern ist die Rückgabe überhaupt möglich. In weiteren 45 Ländern wurde noch kein Rückgabesystem etabliert. Bis 2013 wolle man die Recyclingkapazität aber auf 75 Prozent steigern, verspricht Nespresso.

Äusserst ungünstig ist, dass nur Kapseln für den Heimgebrauch zurückgegeben werden können, nicht aber solche für den Bürogebrauch. Diese Flachkapseln bestehen nämlich aus beschichtetem, nicht rezyklierbarem Aluminium. Wie viele davon ver­kauft werden, verrät Nes-pres­­so nicht – Schät­zungen ge­hen jedoch von 80 bis 100 Millionen pro Jahr aus – ­allein in der Schweiz.

Die Aluschicht sei nur 50 Mik­rometer dünn, sagt Pascal Hot­tinger, Geschäftsführer von Nespresso Schweiz. «Die Kapsel wurde gemäss EU-Normen konzipiert, wonach solche Verpackungen im Abfall entsorgt und in Form von Energie wiederverwertet werden sollen.»

So dünn die Folie auch ist – jede Kapsel besteht aus knapp 0,5 Gramm Aluminium: 100 Millionen Kapseln entsprächen also 50 Ton­nen Aluminium, die allein in der Schweiz jährlich im Abfall landen.