Das nachhaltigste Gebäude der Welt steht in Lausanne: der Glasbau des Internationalen Olympischen Komitees IOC. Aus Recyclingbeton und zertifiziertem Holz gebaut, mit Seewasser gekühlt, mit Fernwärme geheizt, per Solaranlage mit Strom versorgt. Auf der Skala eines amerikanischen Umweltlabels erhält der 145-Millionen-Bau die höchste Punktzahl, die je ein Gebäude erreicht hat.

Doch die Ökobilanz hat Kratzer. Für den Neubau wurden drei relativ neue Gebäude plattgemacht. Das jüngste war gerade mal zwölf Jahre alt, schreibt die Architekturzeitschrift «Hochparterre». Dass der IOC-Bau trotzdem als Vorbild gefeiert wird, zeigt, dass die Branche ein grosses Problem mit der Nachhaltigkeit hat. Sie blendet die graue Energie aus – jene, die in einem Gebäude verbaut ist. Wenn wie in Lausanne ein fast neues Gebäude abgerissen wird, gehört das in die Ökobilanz eingerechnet.

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