Wenn der Kühlschrank seinen Geist aufgibt, könnten wir doch gleich die ganze Küche renovieren.» Oder: «Hat das Badezimmer einen neuen Anstrich nötig, dann wären doch auch neue Plättchen kein Luxus.» Solche Überlegungen am Familientisch stehen meist am Anfang von grösseren Umbauten.

Bevor man jedoch Hals über Kopf eine Küchen- oder Badezimmerausstellung aufsucht und Architekten und Handwerker aufbietet, sollte man sich Zeit für ein paar grundsätzliche Fragen nehmen sonst kann es rasch sehr teuer werden: Was ist das Ziel des Umbaus? Wie viel Geld will oder kann man für eine Renovation ausgeben? Ist es wirklich nötig, den ganzen Raum umzubauen, oder reicht eine sanfte Renovation?

Sicher ist: Selbst kleinere Arbeiten kosten rasch einmal ein paar tausend Franken. Zum Beispiel ein Küchenumbau. Die Preise von neuen Möbeln und Apparaten bewegen sich je nach Qualität zwischen 12000 und 50000 Franken (siehe Nebenartikel «Küchenrenovation: Möbel sind nur ein Stück vom Kuchen»). Doch damit ist es noch nicht getan. «Viele Leute vergessen, die Kosten für Unternehmer und Handwerker zu budgetieren», warnt der auf Umbauten spezialisierte Zürcher Architekt Kaspar Fahrländer. Für Architekt, Elektriker, Sanitärinstallateur und Maurer müssten weitere 3000 bis 4000 Franken eingerechnet werden. Hinzu kommen Kosten von 1000 bis 2000 Franken für Ausbau und Entsorgung der alten Küche. Die Mindestkosten für einen Küchenumbau in einer sehr günstigen Ausführung belaufen sich so auf etwa 17000 Franken.

Grundriss-Änderungen sind teuer

Noch teurer ist ein Badezimmerumbau. Allein Badewanne, Toilette, Doppellavabo und Spiegelschrank kosten rund 12000 Franken. Auch der Aufwand für die Handwerker ist meist höher als bei einer Küchenrenovation: Die Honorare für Plattenleger, Elektriker und Maurer kommen auf rund 10000 Franken zu stehen. Die Entsorgungskosten schlagen mit ungefähr 2000 Franken zu Buche. «Eine Badezimmersanierung kostet rund 20000 bis 25000 Franken», sagt Kaspar Fahrländer.

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Kostenbestimmend sind aber auch Ansprüche und Ziele des Bauherrn. Dringend abzuraten ist von einer «rollenden Planung»: Wer sich während der Bauarbeiten immer wieder neu besinnt, welche Apparate, Materialien und Farben seinen Geschmack noch besser treffen, muss sich nicht wundern, wenn auch die Kosten in die Höhe schnellen.

Grundsätzlich gilt: Sobald in den Grundriss eingegriffen werden muss, wird aus einem kleinen Bauprojekt rasch ein kostspieliges Vorhaben. Soll nicht nur die veraltete Infrastruktur ersetzt, sondern die Küche zu einer repräsentativen Wohn-Ess-Küche umgebaut werden, lohnt es sich, einen Architekten beizuziehen. Nebst Mehrkosten für die Planung sind bei grösseren Projekten auch zusätzliche Ausgaben für Baumeister, Haustechniker oder Statiker zu budgetieren.

Preis muss klar deklariert sein

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In jedem Fall sollte der Auftraggeber von seinen Baupartnern Offerten und Kostenvoranschläge verlangen, um sich im Voraus abzusichern. Bei einem einfachen Küchenumbau wendet er sich am besten an einen Küchenbauer und verlangt eine Offerte. Noch besser ist es, mehrere Offerten einzuholen und zu vergleichen. «Auch für einen kleineren Umbau sollte man mindestens zwei Offerten einholen», rät Kaspar Fahrländer. Dank einer Vergleichsofferte hat man die Gewähr, nicht auf ein offensichtlich übersetztes Angebot hereinzufallen. Ein Vergleich zeigt zudem auf, ob ein Unternehmer an alles gedacht oder bestimmte Kostenpunkte vergessen hat.

In der schriftlichen Offerte oder im Vertrag sollte die bestellte Leistung möglichst präzis umschrieben werden: Ist alles inbegriffen oder fehlen die Kosten für Transport, Vorbereitungsarbeiten, Materialien und Mehrwertsteuer? Der Preis sollte im Vertrag klipp und klar definiert sein. Es darf nicht offen bleiben, ob ein Pauschalpreis gilt oder ob die Arbeit nach Stunden- und Materialaufwand abgerechnet wird. Bloss vage umschriebene Leistungen bergen das Risiko, dass die Endabrechnung wesentlich höher ausfällt als erwartet.

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Auch wenn der Bauherr seine Hausaufgaben gemacht hat, sind unangenehme Überraschungen bei Umbauprojekten keine Seltenheit. Oft stellt sich erst im Lauf der Bauarbeiten heraus, dass Zusatzarbeiten nötig sind. Etwa wenn Gebäudeteile defekt sind (durchgerostete Wasserleitungen, verfaulte Holzkonstruktionen). Eine vorgängige Gebäudeanalyse durch einen Fachmann hilft bei der Entscheidung, welche Teile des Gebäudes dringend saniert werden müssen und welche Arbeiten aufgeschoben werden können.

Einen Architekten oder Sanitärinstallateur beizuziehen, um sich ein Bild vom Zustand der hinter den Möbeln verborgenen Wasserleitungen zu machen, ist auch bei einem kleinen Umbau ratsam. Denn müssen neue Geräte an ein altes Leitungssystem angeschlossen werden, kann es rasch zu kostenintensiven Zwischenfällen kommen.

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