Blick ins Grüne, weidende Schafe, Berge links und rechts. Auf den ersten Blick scheint die Idylle perfekt in diesem Einfamilienhausquartier im St. Galler Rheintal. Auf den zweiten Blick irritiert ein doppelter Zaun. Er zieht sich zwischen zwei Gebäuden entlang der Grundstücksgrenze. Maschendraht, massiver Sichtschutz auf der einen Seite, Hecke und viele Bäume auf der anderen.

«Es geht nicht anders. Aber es hilft trotzdem wenig», sagt Urs Wälti* (Name geändert). Er ist Eigentümer des einen Hauses, hat es 2008 von seinem Vater übernommen, der es der Mutter seiner Nachbarin abgekauft hatte.

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Was Wälti und seine Mieter, eine Familie mit vier Kindern, mit der besagten Nachbarin Luise Moser* erleben, ist schwer zu begreifen. Kinder spielen, lachen, tollen herum, sind auch mal laut. Moser akzeptiert das nicht – und tut alles, um ihre Nachbarn das auch spüren zu lassen. Wirklich alles. Die alleinstehende Frau besitzt hier viel Boden und ein ehemaliges Gasthaus. Sie liegt auch mit vielen Anrainern im Clinch.