Mit einer privaten Arbeits­losenversicherung sorgte das Freiburger Unternehmen We Club letzte Woche für Schlagzeilen. Es will jenen Teil des Einkommens absichern, für den die staatliche Arbeitslosenversicherung nicht aufkommt, also jeweils 20 bis 30 Prozent des bisherigen Verdienstes.

Der Sinn der Versicherung ist umstritten, denn sie bezahlt maximal für ein Jahr Arbeits­losigkeit. Wer ausgesteuert ist, wird auch von dieser Versicherung nichts mehr erhalten. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, hält es für sinnvoller, ergänzend zur staatlichen Versicherung selber etwas auf die hohe Kante zu legen.

Da der We Club seine Kunden nicht selber versichert, sondern an einen Versicherungskonzern vermittelt, untersteht die Brokertätigkeit nicht der Finanzmarktaufsicht. Konsumentenschützer kritisieren das seit Jahren und verlangen Gesetzesänderungen.

Über 100 Internetseiten

Hinter dem We Club steht der umtriebige Freiburger Laurent Jaquier. 2006 und 2007 war der ehemalige Banker der Credit Suisse Geschäftsleiter einer ­Beteiligungsfirma des deutschen Unternehmers Dr. Jürgen Amann. Dieser wurde im Frühling vom Zuger Strafgericht ­wegen Betrugs und ungetreuer Geschäftsführung mit drei Jahren Gefängnis bestraft. Das ­Urteil ist nicht rechtskräftig. Amann hatte ein Dutzend Firmen für den Kauf von Immobilien in der Schweiz gegründet.

Jaquier betont, er sei selber Investor in einer der Firmen ­gewesen und habe die Leitung nur zwischenzeitlich und unentgeltlich übernommen, um einen Schaden durch Amann zu verhindern. In der von ihm geleiteten Gesellschaft sei in der Folge auch niemand geschädigt worden.

In denselben Räumlichkeiten wie der We Club betreibt Jaquier heute die One Forex Group AG, eine Vermittlerin von Privatkrediten und Ver­sicherungen. Ungewöhnlich ist sein Marketing: Über 100 von Jaquier gehaltene Internet­seiten wie www.meinkredit.ch führen zu seinem Unternehmen in Bulle.

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Gewinne «für guten Zweck»

Der Broker hebt sein Engagement für gesundheitlich ein­geschränkte oder behinderte Personen hervor, die sich auf dem Arbeitsmarkt wieder eingliedern wollen. In der Administration des We Club seien nur schwer vermittelbare Personen angestellt. Damit nicht genug: Selbst Gewinne aus dem Broker­geschäft sollen ­einem guten Zweck dienen: «Sie werden für die Förderung dieser Angestellten eingesetzt», ver­sichert ein Firmensprecher.