Herzklopfen, feuchte Hände und ein Gefühl wie am ersten Schultag: Wer eine neue Arbeitsstelle antritt, lässt sich auf ein kleines Abenteuer ein. Es gilt, vertraute Strukturen mit wohl bekannten Kollegen zu verlassen und sich auf die neue Firma einzustellen. Job-Neulinge können damit nicht früh genug beginnen.

«Beschäftigen Sie sich schon zu Hause mit der Branche und dem zukünftigen Unternehmen», raten Doris und Frank Brenner in ihrem Buch «Probezeit – 100 clevere Tipps». «Versuchen Sie auch, Ihre vorhandenen Defizite – die sich etwa beim Vorstellungsgespräch herauskristallisiert haben – abzubauen. Oder besuchen Sie einzelne Schulungen bereits vor Arbeitsantritt.» Zur Vorbereitung gehört es auch, sich bestimmte Ziele zu setzen, die man innerhalb der Probezeit erreichen möchte.

Job-Neulinge müssen sich bewusst sein: Vor allem während der ersten Tage sind sie das Tagesgespräch im Unternehmen. Zentral ist, durch das eigene Verhalten einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen: Dieser wird entscheidend dazu beitragen, ob man während der Einarbeitung auf Unterstützung oder Ablehnung stösst.

Vorsicht: Fettnäpfchen

Eine neue Stelle anzutreten ist vergleichbar mit einer Liebesbeziehung: Der neue Mitarbeiter wie das Unternehmen haben Erwartungen aneinander und wollen sich von ihrer besten Seite zeigen. Am Anfang eines Arbeitsverhältnisses ist deshalb der soziale Draht zu den neuen Kollegen wichtiger als die fachliche Leistung. Bei der Einarbeitung sollte man jede freie Zeit nutzen, um sich bei noch unbekannten Arbeitskollegen vorzustellen.

Wie wichtig eine gute und gründliche Einarbeitung ist, wird in vielen Unternehmen unterschätzt. Es lohnt sich deshalb, mit dem direkten Vorgesetzten konkret über diese Phase zu sprechen. Ein «Götti» oder Mentor kann während der Probezeit eine wertvolle Unterstützung sein bei alltäglichen Fragestellungen – aber auch, um Situationen und Verhaltensweisen von Kollegen oder Vorgesetzten besser einschätzen zu können. Die ersten Tage sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass eine Flut von Informationen auf die Neuen hereinströmt; dabei haben diese oft Mühe abzuschätzen, was wichtig und was unwichtig ist.

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Der Eintritt in ein neues Unternehmen bedeutet auch, sich mit den Strukturen und Machtverhältnissen vertraut zu machen. Wer wegen jeder Kleinigkeit zum Chef rennt, macht sich bald unbeliebt: Besser ist, wenn man sich eine Liste mit Fragen anlegt und alle auf einmal mit dem Vorgesetzten durchgeht.

Trotz bester Vorbereitung und guten Kontakten kann es vorkommen, dass neue Angestellte ins Fettnäpfchen treten, weil sie die Spielregeln und Beziehungsgeflechte im Unternehmen noch nicht kennen. In jedem Unternehmen gibt es schliesslich Intrigen, Gerüchte und übles Gerede. Job-Neulinge laufen hier Gefahr, unversehens zum Spielball von Machtinteressen zu werden. Auch Versuche, sich beim Chef anzubiedern, steigern das Ansehen nicht unbedingt.

Am besten verhält man sich möglichst neutral. Ob man sich vorstellen kann, in der neuen Firma zu bleiben, entscheide sich bereits nach der ersten Nacht – halt eben fast wie bei einer Liebesbeziehung.

So erobern Sie die Herzen Ihrer Kollegen

Vorbereitung zu Hause

  • Halten Sie mit den zukünftigen Ansprechpartnern im Unternehmen schon vor Arbeitsantritt Kontakt.
  • Sammeln Sie Informationen über das Unternehmen, damit Sie bei Antritt über die aktuellen Themen im Bild sind.
  • Kleidung: Orientieren Sie sich an den Standards, die im neuen Betrieb üblich sind.
     

Der erste Tag

  • Gehen Sie bei der Vorstellung offen auf Vorgesetzte und Kollegen zu.
  • Zeigen Sie Interesse an der Arbeit der neuen Kollegen.
  • Ein Lächeln wirkt sympathisch und erleichtert Ihnen den Neuanfang.
     

Die Einarbeitung

  • Erstellen Sie zusammen mit Ihrem Vorgesetzten ein Planungspapier, in dem die wichtigen Unternehmensbereiche, Themenstellungen und Abläufe aufgeführt sind.
  • Das Sammeln von Informationen während der Einarbeitungszeit müssen Sie selbst an die Hand nehmen.
  • Legen Sie sich eine Liste mit den Namen und Funktionen jener Personen an, die Sie kennen gelernt haben.
  • Erstellen Sie einen Ordner, in dem alle Informationen, die auf Ihrem Tisch landen, gesammelt werden – das hilft Ihnen, Fehler nur einmal zu machen.
  • Ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Einarbeit – er ist neben dem «Götti» oder Mentor der wichtigste Ansprechpartner im Betrieb.
  • In regelmässigen Abständen sollten Sie Fragen und weitere Unterstützungsmassnahmen für die Einarbeitung mit dem Vorgesetzten besprechen.
     

Wie bringe ich mich ein?

  • Halten Sie sich aus Intrigen und üblem Gerede neutral heraus.
  • Konstruktive Hilfe bei der Lösungssuche bringt Ihnen mehr Sympathiepunkte als Kritik und Besserwisserei.
  • Kritische Äusserungen sind erst dann angebracht, wenn Sie Menschen, Kommunikationswege, Produkte und Abläufe der Firma kennen, also in der Regel nach zwei Monaten. Davor gilt: Mund halten und beobachten.
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