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UniaWer nicht will, kann gehen

Die Gewerkschaft Unia verfolgt eine aggressive Wachstumsstrategie. Dazu setzt sie ihre eigenen Mitarbeiter unter Druck.

Es rumort in den eigenen Reihen: Unia-Vertreter an einer Zürcher Kundgebung im Juni 2015.
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Die Unia ist mit über 200'000 Mitgliedern die grösste Gewerkschaft der Schweiz. Arbeit­gebern klopft sie gern auf die Finger, was den Umgang mit Mitarbeitern betrifft. Doch im eigenen Betrieb werden die gewerkschaftlichen Grundwerte nicht immer ganz bewusst gelebt. ­Immer wieder ein Beispiel: Die aggressive Expansionspolitik der Sektion Zürich-Schaff­hausen. Wer nicht mitziehen will, muss gehen.

«Der Druck ist riesig», sagt Ex-­Mitarbeiterin Helga Müller *. Bis vor knapp einem Jahr war sie im Regionalsekretariat Zürich-Schaffhausen in der Personalabteilung angestellt. Die Personalpolitik sei wirr und rücksichtslos, erzählt sie. Zwischen März 2012 und Januar 2013 gab es allein in Zürich 16 Abgänge und 13 Zugänge – dies bei einem Personalbestand von 70 Mitarbeitern. In der gesamten Organisation waren es 113 Ab- und 148 Zugänge bei 900 Mitarbeitenden.

Hohe Fluktuation und unklare Jobprofile

«Im Rahmen einer umfassenden Reorganisation war die Fluktuation damals hoch», sagt Lorenz Keller, Mediensprecher bei der Sektion Zürich. «Doch wir sind froh, dass wir diese mittlerweile stark reduzieren konnten.» Fürs laufende Jahr gibt die Unia an, 16 Leute eingestellt zu haben. Abgänge habe es bislang 6 gegeben.

Ein Grund für die hohe Fluktuation könnte der übermässige Druck sein, neue Mitglieder anzuwerben. Gemäss Helga Müller sind die Gewerkschaftssekretäre angehalten, im Schnitt pro Tag bis zu 1,5 neue Mitglieder zu gewinnen. «Von uns wurde verlangt, dass wir pro Tag auf zehn Baustellen gehen, mindestens 40 Gespräche führen und 1,5 neue Mitglieder anwerben», sagte die ­entlassene Nicole Schnetzer im ­Juli gegenüber der SRF-Sendung «10 vor 10». «Solche Anwerbeziele erhalten bei uns natürlich nur jene Mitarbeiter, die auch im dafür vorgesehenen Team tätig sind», meint Mediensprecher Keller. «Und wir ­geben keine unmöglichen Vorgaben.»

Die Unruhe beim Personal war ­offenbar auch bei strategischen Ausrichtungen innerhalb der Zürcher ­Sektion ein Thema. An einem Informationsanlass für Mitarbeiter Ende Oktober 2012 erkannte die Sektionsführung ein «instabiles Teamgebilde aufgrund hoher Fluktuation».

Als «grösste Baustelle» wurde ­damals in einem internen Positions­papier festgehalten: «Hohe Fluktuation, unklare Jobprofile und Aufbau von Führungsnachwuchs als grosse Herausforderung.» Hinweise auf eine übermässig forsche Expansionspolitik kommen auch aus dem Beobachter-Beratungszentrum: Dort meldeten sich in den letzten Jahren viele Eltern minderjähriger Lehrlinge, die sich zu einer Mitgliedschaft hatten überreden lassen. Sie ist nur schwer zu kündigen: Wer den Termin Ende Jahr verpasst, zahlt während mindestens 18 Monaten weiter den Mitgliederbeitrag.

Immer wieder Unruhe

In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über Probleme bei der 2004 entstandenen Gewerkschaft. 2011 kam es in der Berner Sektion ­wegen umstrittener Personalentscheide zu Unruhe – der Streit gipfelte in ­einem internen Streik und dem Rücktritt der damaligen Co-Leiterin. Auch in der Abteilung Nordwestschweiz ­rumort es seit Jahren. Zuletzt scharte gar ein langjähriger Mitarbeiter entlassene Unia-Genossen in einer eigenen Gewerkschaft um sich.

*Name geändert

Veröffentlicht am 12. Oktober 2015

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5 Kommentare

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Stinksauer
Die UNIA macht die KMU's kaputt. Sie empfiehlt sogar den Arbeitssuchenden, mit einer Rechtsschutzversicherung gegen den ehemaligen Arbeitgeber vorzugehen auch wenn dieser mit seiner Kündigung alles rechtlich korrekt gemacht hat. Schlussendlich musst du deinem ehemaligen Arbeitnehmer 2-3 Monatslöhne nachzahlen, nur damit die UNIA kein Arbeitslosengeld zahlen muss. Ebenso muss ich gemäss UNIA ein SUPER Zeugnis ausstellen, auch wenn der Mitarbeiter nicht zu gebrauchen war. Schön für den nächsten Arbeitgeber, der solch eine Pfeiffe wieder einstellt, dank UNIA !!!!!!

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Jana Böhm
Kommentar zu Steffen Christine Unia ist kein Unternehmen, sondern in juristischem Sinne ein Verein, eine Nonprofitorganisation!! Daher ist dieser massive Druck auf die Mitarbeiter nicht verständlich. Zudem ist sie selbsternannter "Hüter des Arbeitsrechts" und sollte Vorbildfunktion einnehmen, sonst ist sie nicht mehr glaubwürdig. zu P.Vodicka Wenn Sie selbst minderjährige Kinder hätten, welche zu einer Mitgliedschaft überredet worden sind, wären Sie wohl dankbar um Autoren wie Herr Marthaler, welcher nicht den Kopf in den Sand steckt. Ich finde es ethisch und moralisch verwerflich, dass die Unia auf Minderjährig losgeht, nur um ihre Mitgliederzahlen hochschrauben zu können. zu raka Die Unia hat keine Leistungslöhne mit Bonis, etc. sondern Fixlöhne, welche nicht einmal marktüblich sind.

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raka
Ich sehe da das LohnSystem von den "Grossen" als Hauptschuldigen.Hätten die "Grossen" normal Löhne und nicht Leistungsabhängige Löhne,Bonis usw. wäre es für die Mitarbeiter besser.Druck,Druck,Druck =Gleich grössere Bonis,Löhne usw für die die am wenigsten arbeiten!Es kann und darf nicht sein das 4 Architekten an der Badenerstrase 4 Holzplatten mit rot bemahlt hatten und danach 30min.drausen die 4 Platten angeschaut haben ob sich die Farbe an der Sonne verändert oder nicht?

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P. Vodicka, Basel
Wieviel Gelt hat Herr Moritz Marthaler für diesen Beitrag vom Baumeisterverband erhalten?

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