Tatsächlich: In den Beinen kribbelt es. Sind das die energetischen Schwingungen der Sass da Grüm, jenem Flecken Erde hoch über dem Lago Maggiore, der als sehr starker Kraftort gilt? Wir sitzen auf der Wiese des gleichnamigen kleinen Biohotels am Hang des Gambarogno. Herrlich, endlich die Beine auszustrecken. Die warme Sonne schimmert durch den Kastanienbaum. Friedlich ist es hier. Und weit der Blick über den See, das Maggiadelta und Ascona.

Der pragmatischere Teil der Wandergesellschaft geniesst die Ruhe und die Aussicht, gibt aber nicht viel auf Kraftorte das Ziehen in den Beinen komme wohl eher vom langen Weg nach oben. Das mag sein: Der Aufstieg von Vira über Piazzogna hoch zu den Monti, den Maiensässen, ist zwar nicht übertrieben anstrengend. Doch das stetige Bergauf im Kastanienwald, über kleine Bäche, vorbei an schreienden Eseln und Madonnenstatuen, zeigt schon seine Wirkung.

Gambarogno heissen das Ufer und der Hang gegenüber von Ascona und Locarno am Lago Maggiore. Diese Seite des Sees ist weniger überfüllt, weniger aufgeregt, bodenständiger, urtümlicher. Einmal auf dem Höhenweg angekommen, hat man einen weiten Blick über den See, die Magadinoebene, das Verzascatal, das Maggiadelta, die Brissagoinseln. Und auf das Ausmass der Bauwut, die an den Hängen gegenüber kaum grüne Flecken übrig gelassen hat.

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Nachdem neue Kräfte getankt sind – unter dem Baum und im Hotelrestaurant mit vegetarischem Vollwertmenü –, geht es bergab. Durch Wälder und Tobel hinunter nach San Nazzaro am See – nicht ohne unterwegs das verträumte Dörfchen Vairano bestaunt zu haben.

Quelle: private Aufnahme