Skifahren

  • Alter: Schon mit drei bis vier Jahren ist ein Kind reif fürs Skifahren. Voraussetzung ist allerdings, dass es nach einem leichten Sturz selber wieder aufstehen kann. Das Kind sollte sich zuerst an Schnee und Höhenluft gewöhnen können, bevor es auf die Piste geschickt wird. Deshalb empfiehlt sich, dass die Familie zuerst einen Tag spazieren oder schlitteln geht.


  • Ausrüstung: Die Skier reichen aufgestellt etwa bis zum Kinn und sind tailliert. Für die Stöcke gilt: Der Ellbogen muss im rechten Winkel sein, wenn sie im Schnee stecken. Die Skischuhe werden im Handel eher zu hart angeboten; auch bei weicheren Schuhen ist der Halt gewährleistet. Unverzichtbar für die Sicherheit ist ein Helm: ­Jedes Jahr verletzen sich rund 2000 Kinder beim Skifahren am Kopf. Der Helm sollte leicht und der Kopfgrösse angepasst sein. Zudem sollten die Bindungen jedes Jahr neu eingestellt werden. Gut gewartetes Material bedeutet mehr Sicherheit und Komfort.
  • Kosten: Am günstigsten ist in der Regel das Mieten; dann ist das Material auch gut gewartet. Zahlreiche Sportgeschäfte bieten eine Kombination aus Kauf und Miete an - schauen Sie sich um. Wenn Eltern die Ausrüstung von Bekannten oder der Skibörse übernehmen, sollten sie sich zuerst von einer Fachperson beraten lassen. Nur so ist gewährleistet, dass das Material aufs Kind abgestimmt ist.

Snowboarden

  • Alter: Mit dem Board über die Hügel jumpen - das wollen viele Kids. Bis es so weit ist, bedarf es kleiner Schritte und Geduld: Für den spielerischen Einstieg mit vier bis fünf Jahren eignet sich das Snowskate - ein Brett, auf dem das Kind das richtige Gefühl fürs Snowboarden erfahren kann. Die Füsse sind nicht festgeschnallt, weshalb das Verletzungsrisiko minimal ist. Mit fünf bis sechs Jahren können Kinder dann Snow­boarden lernen. In diesem Alter sind die Feinabstimmungen für Bewegungen und die Gleichgewichtsfähigkeit genügend ausgebildet. Wichtig auch: Kinder sollten von Anfang an lernen, dass sie ihrer eigenen und der Sicherheit anderer zuliebe nicht überall auf der Piste anhalten oder sich hinsetzen dürfen: Vor Kuppen und am Rand der Piste sind Stopps am ungefährlichsten.


  • Ausrüstung: Für Einsteiger eignet sich ein Freestylebrett. Das ist ein weiches und kurzes Brett, das hinten und vorne genau gleich geformt ist. Die Schuhe sollten weich sein und gut sitzen. Auch beim Snowboarden ist der Helm ein Muss. Bei Anfängern sind zudem Hände und Knie besonders gefährdet. Handschuhe sollten daher einen Gelenkschutz enthalten, ein Knieschutz ist zu empfehlen. Zu jeder Ausrüstung gehört auch ein Fangriemen. Bezüglich Kosten gilt dasselbe wie beim Skifahren.

Langlauf

  • Alter: Kinder können schon mit drei bis vier Jahren mit Langlaufen beginnen. Häufig wird es von Familien als Variante zu einer alpinen Sportart genutzt. Dabei werden Ausdauer und Gleichgewicht besonders geschult - und Langlaufen schont die Gelenke. Ein weiterer Vorteil: Diesen Sport können Eltern ihren Kindern leicht selber beibringen. Zu beachten ist allerdings, dass man flache Strecken wählt und vorher das Ziel festlegt. Als Faustregel gilt: Eine Stunde pro Tag genügt.

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  • Ausrüstung: Mit Schuppenskiern und einer Kinder-Langlaufbindung lassen sich rasch erste Schritte machen. Das Skating (Schlittschuhschritt) lernt das Kind im Schulalter. Klassische Langlaufskier weisen eine Spannung auf und sind 20 Zentimeter länger als der Körper. Langlaufstöcke reichen bis zur Mitte der Oberarme; Anfänger können auch alpine Stöcke benutzen. Die Schuhe haben ein griffiges Profil und sind weich. Beim Langlaufen kann es Kindern rasch zu heiss werden. Am besten wendet man bei Jacke und Hose das Zwiebel-Prinzip an: Mehrere Schichten wärmen gut und können bei Bedarf ausgezogen werden.

Schlitteln

  • Alter: Schlitteln kann man schon mit Kindern ab einem Jahr. Aber Achtung: Zu hohes Tempo erschreckt die Kleinen und erhöht die Verletzungsgefahr. Lassen Sie ein Kleinkind nie alleine auf einen Schlitten und fahren Sie nur leicht geneigte Hänge hinunter, die keine Wellen und Dellen haben. Zudem sollten Sie höchstens zwei Stunden draussen sein. Mit Beginn des Schul­alters können Kinder alleine schlitteln. Wichtig: Wenn Sie mit einem Kind auf einen Schlittelweg oder eine Schlittelbahn gehen, sollten Sie zuerst gemeinsam fahren, um allfällige gefährliche ­Stellen zu erkunden.


  • Ausrüstung: Der klassische Davoser Holzschlitten ist starr und rutscht auf vereisten Bahnen leicht weg; er wird mit den Füssen gesteuert. Ein Rodelschlitten lässt sich besser steuern, kostet aber stattliche 500 bis 600 Franken. Die Kufen sind vorne angewinkelt und die Verbindungen vom Sitz zu den Kufen beweglich. Da dieser Schlitten sehr schnell reagiert, ist hohe Aufmerksamkeit wichtig. Ein Bob eignet sich vor allem für Kinder unter zehn Jahren und fährt gut auf nassem Schnee. Er gehört aber nicht auf Schlittelbahnen, da er zu schnell wird und sich schlecht kontrollieren lässt. Auch Schlittenfahrer sollten Helm und Handschuhe tragen. Ebenfalls zur Ausrüstung gehören Ski- oder Sonnenbrille mit Seitenschutz. So ist das Kind auch für lange Schlittelwege gerüstet.
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Die befragten Experten

  • Riet Campell, Direktor Swiss Snowsports, www.snowsports.ch
  • Matthias Plüss, Leiter Snowboardabteilung Swiss Snowsports
  • Stephan Müller, Leiter Langlauflehrerausbildung Swiss Snowsports
  • Klaus Haller, Präsident Internationaler Schlittelclub Davos
  • Alexander Baer, Intersport, www.intersport.ch
  • Monique Walter, Beratungsstelle für Unfallverhütung, www.bfu.ch

Weitere Informationen

www.snowsports.ch: Im Shop finden Sie zahlreiche Lehrmittel für die wichtigsten Schneesportarten.

www.bfu.ch: Hier finden Sie Infos zur Sicherheit bei diversen Freizeitaktivitäten.

www.sapros.ch: Anbieter von Sicherheitsprodukten, unter anderem Schutzhelme, Snowboardhandschuhe und Lawinensuchgeräte.

Was den Kids im Sommer der Strand, ist ihnen im Winter der Schnee: die Unterlage für Sport und Spass. Gemäss Schweiz Tourismus fahren rund vier von fünf Kindern entweder Ski oder Snowboard oder beides. «Die Zahl der Kids, die in die Schneesportschulen kommen, ist seit Jahren ungebrochen hoch», sagt Andri Poo, Leiter Kinderlehrerausbildung von Swiss Snowsports. Leicht verlagert hat sich einzig der Trend vom Snowboard hin zum Ski. Damit das Erlebnis in den Bergen in positiver Erinnerung bleibt, sollten sich die Eltern im Voraus ein paar Gedanken machen: Welches Material braucht es? Schneesportschule oder Eigenunterricht oder beides? Wie alt sollte das Kind zum Zeitpunkt seines ersten Abenteuers auf Schnee sein? Der Beobachter hat sich bei Experten umgehört und die wichtigsten Informationen für ungetrübten Wintersport mit der Familie zusammengestellt.

Quelle: Pixelquelle
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