Der Rat des Medgate-Ärzteteams:

Durch Venenleiden bedingte Beingeschwüre machen etwa 80 Prozent aller Beingeschwüre aus. Die Hauptursache ist eine chronische Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz). Sie bewirkt, dass die Klappen des Venensystems nicht mehr richtig schliessen. Dadurch kann das Blut zurückfliessen und sich in den Venen anstauen. Dieser Stau führt zu Schwellungen der Knöchel (Oedeme: Chronisch venöse Insuffizienz Stadium 1) sowie zu Ablagerungen mit bräunlichen Verfärbung der Haut (Hämosiderose: Stadium 2). Nach einem längeren Zeitraum kommt es zu einer Verhärtung des Bindegewebes (Sklerose) und damit zu einer Minderversorgung des Gewebes mit Sauerstoff. Dies kann später zu Beingeschwüren führen (Ulkus: Stadium 3).

Risikofaktoren für die Entwicklung venöser Beingeschwüre sind sitzende oder stehende Tätigkeit (z.B. im Verkauf, Friseurhandwerk, Fernfahrer), Verhütungsmittel (Pille) und Rauchen, familiäre Belastung (Vererbung eines schwachen Bindegewebes, Gerinnungsstörungen), Schwangerschaft, Übergewicht, Beinbrüche und vorangegangene Operationen oder Thrombosen.

In etwa zehn Prozent der Fälle entstehen Beingeschwüre durch Störungen im arteriellen Blutkreislauf. Ist die Durchblutung erheblich geschwächt, z.B. auf Grund von stark ausgeprägten Arterienverkalkungen (Arteriosklerose), können sich Beingeschwüre entwickeln. Man spricht von peripher arterieller Verschlusskrankheit (PAVK). Risikofaktoren für arterielle Beingeschwüre sind Arterienverkalkungen der Beine z.B. durch: Zuckerkrankheit (Diabetiker), Rauchen, erhöhter Blutdruck (Hypertonie), hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie). Weitere Informationen finden Sie unter:

Anzeige
(Grundinformationen)

(erweiterte Informationen, links)

Die Behandlung der Beingeschwüre richtet sich nach den zugrundeliegenden Ursachen (Infektion, arterielle Durchblutung, venöses System). Leider ist diese nicht immer behandelbar (Arteriosklerose, Diabetesschäden, Unfallfolgen), sodass eine endgültige Abheilung oft nur nach vielen Monaten Behandlung möglich ist. In einigen Fällen heilen Geschwüre nie vollständig ab. Bevor neue Präparate oder Hausmittel auf die Wunden gestrichen werden, nehmen Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.