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Auslandsstudium

Organisation ist alles!

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London, New York, Bologna – Studieren im Ausland ist eine grosse Bereicherung. Den Studienplatz sollte man aber früh genug anpeilen. Wie geht das?

von Nicole Krättliaktualisiert am 2017 M04 27

Jedes Jahr strömen Schweizer Studierende für ein bis zwei Semester ins Ausland. Die meisten nutzen dazu Mobilitätsprogramme wie das Swiss-European Mobility Programme, angeboten von den hiesigen Hochschulen mit ihren Partneruniversitäten. Damit kann man unkompliziert und ohne individuelle Bewerbung an einer ausländischen Uni studieren.

Doch längst nicht immer steht die Wunsch-Universität oder der ersehnte Lehrgang frei zur Auswahl. Dann lohnt es sich, die Sache selbständig zu organisieren; dasselbe gilt, wenn man sein komplettes Studium im Ausland absolvieren möchte. So oder so: Wer zum Semesterbeginn in London oder New York in den Hörsaal will, sollte das Unterfangen frühzeitig anpacken.

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Wohin solls gehen?

Wenn man sich nicht gerade für Harvard oder Cambridge bewirbt, kann es schwierig sein, etwas über die Qualität der Schule und des Lehrgangs herauszufinden. Uni-Websites, Studieninformationsstellen, Rankings (etwa Shang­hai, QS, Times oder CWTS Leiden) sowie internationale Akkreditierungen (die bekanntesten sind AACSB, EQUIS oder FIBAA) können helfen, einen ersten Eindruck zu bekommen. Zudem kann ein Online-Austausch mit Studierenden einen ungeschönten Blick auf den Alltag ermöglichen.

Nichts kann aber den persönlichen Eindruck vor Ort ersetzen. Daher ist es sinnvoll – wenn irgendwie möglich –, einen Informationstag der ausländischen Universität zu besuchen und dort mit Dozenten und Studierenden zu sprechen. So bekommt man ein ­gutes Gefühl für die Schule.

Wie sich bewerben?

Der grösste Unterschied zum Auslandsstudium via Mobilitätsprogramm ist das aufwendige Bewerbungsverfahren. In der Regel braucht es dazu ein Motivationsschreiben, das erklärt, warum man genau diesen Lehrgang an dieser Schule besuchen möchte.

Ebenfalls zur Bewerbung gehören Empfehlungsschreiben von Professorinnen oder Arbeitgebern, die etwas über die Stärken in Bezug auf das Wunschfach sagen, sowie Kopien sämtlicher Schulzeugnisse. In der Regel müssen solche Dokumente übersetzt und notariell beglaubigt werden. Das kostet allerdings ein kleines Vermögen. Besser ist es deshalb, sich die Zeugnisse direkt von der Schule in der Fremdsprache ausstellen zu lassen.

Ferner werden im Bewerbungsverfahren fast immer spezifische Sprachdiplome, manchmal auch zusätzliche Fähigkeitstests wie der GMAT (Graduate Management Admission Test) oder GRE (Graduate Record Examination) verlangt. Diese Tests werden nur zu bestimmten Terminen durchgeführt. Deshalb gilt hier ganz besonders: unbedingt genügend zeitlichen Vorlauf einplanen.

Was kostet das alles?

Bei Mobilitätsprogrammen sind weiterhin die Schweizer Semestergebühren zu bezahlen. Dagegen können die Kosten bei ausländischen Unis schnell in die Zehntausende von Franken gehen. Zur Semestergebühr kommen noch Auslagen für Unterkunft, Verpflegung, Versicherungen, Transport, Visa, Anschaffungen und Vergnügen. Beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten finden sich Informationen zu den Lebenshaltungskosten in verschiedenen Ländern.

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Und wer bezahlt?

Für Ausbildungsbeiträge ist in erster Linie die Stipendienstelle des Heimat- und/oder Wohnsitzkantons zuständig. In der Regel können kantonale Stipendien dann für Auslandsaufenthalte genutzt werden, wenn das Wunsch-Studienfach in der Schweiz nicht angeboten wird. Schweizer Studierende haben ausserdem die Möglichkeit, sich für ausländische Regierungsstipendien zu bewerben.

Wer keinen Anspruch auf kanto­nale Unterstützung hat, kann sich an private Stiftungen und Fonds wenden. Die meisten koppeln allerdings die Unterstützung an bestimmte Bedingungen, wie etwa die Herkunft oder die Studienrichtung. Im Stiftungsverzeichnis des Eidgenössischen Departements des Innern findet sich eine grosse Übersicht verschiedener Geldgeber. Wer in der EU studiert, kann zudem versuchen, sich mit einem Nebenjob etwas dazuzu­verdienen; ausserhalb der EU braucht es dazu ein Arbeitsvisum. Eine Ausnahme bilden Studentenjobs auf dem eigenen Campus.

Wo ist man angemeldet?

Wer bloss befristet ins Ausland geht, behält seinen Lebensmittelpunkt und damit auch den Wohnsitz in der Schweiz. Das gilt auch, wenn man etwa für das Masterstudium zwei Jahre ins Ausland reist und die Absicht hat, danach wieder in die Schweiz zurückzukehren. Somit muss man auch weiterhin die Steuererklärung ausfüllen.

Welche Versicherungen sind nötig?

Mit Wohnsitz Schweiz bleibt auch das Krankenkassen-Obligatorium bestehen. Dadurch sind die Kosten einer Notfallbehandlung im Ausland gedeckt. Doch aufgepasst: Es gibt wesentliche Leistungsunterschiede zwischen dem EU-/Efta-Raum und übrigen Ländern. Am besten bespricht man die Situation mit seinem Versicherer und lässt sich eine Deckungszusage schriftlich bestätigen. Die Deckung der Privathaftpflichtversicherung gilt in der Regel weltweit. Doch auch hier empfiehlt es sich, eine Zu­sage zu verlangen.

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