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ErstausbildungWie lange müssen die Eltern bezahlen?

Während sich die Kinder mit Begriffen wie 
Major, Minor, Mono, Joint und Double ­Degrees auseinander­setzen, fragen sich die Eltern, wie lange sie für die Kinder bezahlen müssen. Bild: Thinkstock Kollektion

Alle Eltern wollen ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen. In unserem Quiz erfahren Sie, wie lange sie dafür zahlen müssen.

von Walter Noseraktualisiert am 2017 M09 05

Vorbei sind die Zeiten, als die Kinder nach der Schule eine Stifti machten und dann bald einmal auf eigenen Füssen standen. Vorbei sind auch die Zeiten, als nur ein paar wenige das Gymna­sium besuchten und den Eltern während der Zeit an der Universität ein bisschen länger auf der Tasche lagen, bis sie ihr eigenes Geld verdienten.

Heute wählen Jugendliche zwischen Berufslehre, Berufsmatur, Fachmatur, Passerelle oder gymnasialer Matur – oder wechseln von einem Ausbildungsgang zum anderen. Danach entscheiden sie sich für Fachhochschule oder Uni, Bachelor oder Master oder alles zusammen. Während sich die Kinder mit Begriffen wie Major, Minor, Mono, Joint und Double ­Degrees (siehe «Begriffe») auseinander­setzen, fragen sich die Eltern, wie lange sie für die Kinder bezahlen müssen. Wir haben für Sie die häufigsten Fragen und die häufigsten falschen Annahmen zusammengestellt – und liefern selbstverständlich die richtigen Antworten.

Last, but not least: Es gibt Eltern, die würden ihren Kindern gern eine gute Ausbildung finanzieren, aber es liegt finanziell einfach nicht drin. Das Bundesgericht hat entschieden, dass ein Elternteil nur zahlen muss, wenn er ein Einkommen erzielt, das mehr als 20 Prozent höher ist als das Existenzminimum plus die laufende Steuerlast. Trifft das nicht zu, muss das volljährige Kind sich ganz an den anderen Elternteil halten und/oder sich nach anderen Möglichkeiten der Finanzierung umsehen, wie zum Beispiel Stipendien, Sozialhilfe oder Ausbildungsdarlehen.

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Etliche Möglichkeiten: Die Wege zum Beruf

  • Lehre: Die praktische Tätigkeit im Lehrbetrieb wird durch einen Ausbildungsteil in der Berufsfachschule ergänzt. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit der Lehrabschlussprüfung (LAP). Dauer: zwei bis vier Jahre.
  • Gymnasium oder Kantonsschule dauern je nach Kanton und Typus zwischen drei und sechs Jahre und werden mit der Maturität abgeschlossen. Dann sind die Kinder in der Regel bereits volljährig. Die Maturität als solche stellt keinen Berufsabschluss dar.
  • Berufsmaturität: Wer während der Lehre mehr leisten kann oder will, besucht zusätzliche allgemeinbildende Fächer. Allerdings kann die Berufsmaturität auch erst nach dem Lehrabschluss erworben werden und benötigt eineinhalb bis zwei Jahre zusätzliche Zeit. Beide Ausbildungsgänge berechtigen zum Studium an einer Fachhochschule.
  • Passerelle: Wer ein Berufsmatur-Zeugnis in der Tasche hat, kann den gymnasialen Abschluss und somit eine Zulassung an diverse universitäre Hochschulen dank der einjährigen Passerelle anstreben.
  • Bachelor: Mit einem Maturitätszeugnis erhält man Zugang zu einem Bachelor-Studium an einer universitären Hochschule oder einer Fachhochschule. Im ­Bachelor-Studiengang an Hochschulen werden erst die Grundlagen eines Fachs vermittelt. Im Unterschied dazu ist der Fachhochschul-Bachelor in der Regel bereits berufsqualifizierend. Je nach Ausbildungsstätte dauert es drei Jahre oder länger, bis man den Bachelor hat.
  • Master: Der Master ist der zweite Abschluss und zielt auf eine Vertiefung des Bachelor-Studiums. In der Regel benötigt ein Master-Studium drei oder vier Semester zusätzlich zum Bachelor.

Begriffe: Ein Major mit Joint Degree?

  • Major ist das Hauptfach, Minor ist das Nebenfach (man studiert beispielsweise im Hauptfach Psychologie, im Nebenfach Betriebswirtschaft).
  • Monos sind Studiengänge mit nur einem Hauptfach (zum Beispiel Jus, Medizin, Architektur oder Theologie).
  • Joint Degrees und Double Degrees sind eigentlich dasselbe und stehen für die Ausbildung (beziehungsweise den Abschluss) an zwei Unis.

Budgetberatung

Mit welchem Betrag sollen studierende Kinder unterstützt werden? Infos unter www.budgetberatung.ch