Kopf- und Halsweh, Übelkeit – die Luft in den provisorischen Schulcontainern der Reinacher Primarschule macht manchen Schülerinnen und Schülern Beschwerden. Die Container sind in Betrieb, weil das Schulhaus renoviert wird.

«Meine Tochter klagt über gereizte Augen und Kopfweh», sagt eine Mutter. In den Sommerferien seien die Probleme verschwunden und mit Schulbeginn wieder da. «Manche Kinder machen Allergieabklärungen oder gehen zu Untersuchungen ins Kinderspital», erzählt ein Vater. 

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Gefährlicher Wert

Durch die Meldungen alarmiert, liessen Gemeinde und Kanton Messungen durchführen. Gesucht wurde nach organischen chemischen Verbindungen, die vor allem in Klebern von Bodenbelägen, Dichtungen, Fugenmassen, Farbanstrichen, Lacken und Möbeln vorkommen und ausgedünstet werden. 

Im Provisorium des Primarschulhauses Surmatten und jenem des Sekundarschulhauses Lochacker gab es eine zu hohe Konzentration der Lösungsmittel Xylol und C7-C8-Alkylbenzole – höher als der Richtwert II des deutschen Umweltbundesamts. In diesem Fall sei «unverzüglich zu handeln», da es sich um einen Gefahrenrichtwert handle.

Im Schulhaus Surmatten konnte die Konzentration der bedenklichen Stoffe mit Luftreinigern halbiert werden. Sie liegt jedoch immer noch über dem Richtwert.

Die Behörden orientieren sich an den deutschen Richtlinien, weil in der Schweiz entsprechende Weisungen fehlen. Die Firma, die die Container geliefert hat, aber nicht selber herstellt, kennt die Ursache für die erhöhten Werte noch nicht. Der Containertyp werde seit fünf Jahren verbaut, bislang habe es nie Probleme gegeben.

Kanton und Gemeinde haben nun Luftreiniger installiert. Im Schulhaus Surmatten konnte die Konzentration der bedenklichen Stoffe halbiert werden. Sie liegt jedoch immer noch über dem Richtwert I, bei dem eine weitere Senkung angezeigt ist. «Wir sind erst zufrieden, wenn wir auch diesen um mindestens 50 Prozent unterschreiten», sagt Stefan Haller von der Gemeinde Reinach.

Für das Schulhaus Lochacker, wo die Container mit den Lüftern erst seit den Sommerferien benutzt werden, lagen bei Redaktionsschluss die neuen Messresultate noch nicht vor. Es habe aber bisher keine Beschwerden gegeben. 

Viele Eltern sind trotzdem verunsichert. «Wie entwickelt sich zum Beispiel die Lage im Herbst und Winter, wenn man weniger häufig lüften kann? Schulleitung und Gemeinde sollten transparenter informieren», so die erwähnte Mutter.

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