Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein (Bild) ist im Clinch mit indischen Bauern. Seine texanische Reisfirma Ricetec züchtete in den USA indisch-pakistanische Basmati-Reissorten und meldete darauf Patentansprüche an.

Die indische Regierung protestierte gegen das Ansinnen und beschuldigte den Blaublüter der Biopiraterie: Die Reissorten seien keine Erfindung, sondern identisch mit jahrhundertealten Basmati-Sorten. Nun hat das US-Patentamt entschieden: 13 der 16 Ricetec-Patente sind ungültig.

Die Jagd nach dem «grünen Gold» ist trotzdem lanciert. Die grossen Agro- und Pharmakonzerne des Nordens sind intensiv auf der Suche nach Genen, Samen und Wirkstoffen von exotischen Pflanzen, die sie als ihre Erfindung patentieren lassen, um sie später vermarkten zu können.

Vor allem Heilpflanzen sind begehrt. Auch in der Schweiz. 1999 erhielt die Uni Lausanne das Patent für einen Wirkstoff des Swartzia-Baums aus Simbabwe, ohne die simbabwische Regierung korrekt informiert zu haben. Eine krasse Verletzung der Biodiversitätskonvention, die sowohl die Schweiz als auch Simbabwe 1992 unterschrieben hatten: Die Ursprungsländer müssen um Erlaubnis gefragt werden, und es müssen Verträge über die Aufteilung des Ertrags geschlossen werden. Andrew Marston von der Universität Lausanne: «Wir hatten zu keinem Zeitpunkt die Absicht, Afrika auszubeuten. Uns fehlte einfach die Erfahrung mit solchen Patenten.»

Ende September forderte die Berner SP-Nationalrätin Simonetta Sommaruga in einem Postulat die Ergänzung des Patentgesetzes, damit die Biopiraterie verhindert wird. Doch die Industrie macht unbeirrt weiter. Der Schweizer Nahrungsmittelmulti Nestlé etwa beansprucht ein Patent auf bestimmte Proteine der Kaffeebohne. Pressesprecher Hansjörg Renk weiss noch nicht, wofür das Patent benötigt wird: «Vielleicht verkaufen wir die Lizenz irgendwann», sagt er. Ob die Kaffeezüchter in den Anbaugebieten vom Erlös des Lizenzverkaufs profitieren werden, will Nestlé erst entscheiden, wenn sie das Patent in der Tasche hat.

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