Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren sollen mit Gardasil vor dem ersten Sex geimpft werden. Die Impfung wirkt gegen Papillomaviren, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Bisher stand die im Januar zugelassene Impfung wegen ihres hohen Preises von 710 Franken in den Schlagzeilen.

Jetzt kommen ernsthafte gesundheitliche Bedenken dazu: Die US-Gesundheitsbehörde FDA und die Verbraucherorganisation Judicial Watch berichten über 3'461 Fälle von Nebenwirkungen innerhalb eines Jahres. Darunter seien «schwerwiegende Reaktionen» wie Lähmungen von Armen, Beinen, der Atmung sowie Krampfanfälle. Elf Mädchen seien möglicherweise wegen Nebenwirkungen gestorben.

«Diese Vorfälle sind ernst zu nehmen», sagt Jean-Christoph Méroz von der Arzneimittelbehörde Swissmedic. Man habe nach der Beobachter-Anfrage die Herstellerfirma sofort zu einer Stellungnahme aufgefordert. Laut Méroz sind in der Schweiz bisher «zwei nicht schwerwiegende» Fälle von Nebenwirkungen bekannt. Wie viele Kinder geimpft wurden, weiss niemand. Sarah Nyffeler vom Gardasil-Hersteller Sanofi Pasteur MSD AG sagt: «Es gibt keinen Anlass zur Annahme, dass die gemeldeten Todesfälle in kausalem Zusammenhang mit dem Impfstoff stehen. Die Fälle werden sorgfältig geprüft.» Einer habe sich als Fehlmeldung erwiesen.

Der Arzt Etzel Gysling von der Zeitung «Pharma Kritik» rät zur Zurückhaltung: «Es ist unklar, wie gut und wie lange Gardasil wirkt.»

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