«Ich bin ein absolut typischer Städter. Ich liebe den Grossstadtdschungel, brauche den Lärm der Stadt. Auf dem Land könnte ich nie leben», erklärt der 31-jährige Zürcher Rock Battaglia. Ausser auf dem Üetliberg sei er noch nie in den Bergen gewesen. Er bewege sich eben in der «kreativen Zone» der Stadt, surfe dauernd hin und her, könne nie still sitzen.

Rock hat viele Berufe: Piercer, Requisiteur am Schauspielhaus, Moderator bei einem Musiksender, Performer. Manche nennen ihn auch «Kunstterrorist», was nur schon wegen seines Äusseren ganz passend erscheint: gestretchte Ohrläppchen, Tattoos, eine «Terror»-Mütze. Rock will animieren, die Leute anregen, Kreatives rüberbringen. Dazu brauche es einen gesunden Egoismus, viel Selbstvertrauen und Disziplin. Er ist überzeugter Vegetarier und Nichtraucher, trinkt nie Alkohol und nimmt keine Drogen. Wegen seiner vielen Jobs hat der politisch «eher links vom Matterhorn» Angesiedelte keine Zeit für eine feste Freundin – für Frauen schon.

«Zürich wird von Leuten von ausserhalb überflutet. Die kommen am Wochenende hierher, saufen rum, lassen die Sau raus. Deshalb gehe ich lieber unter der Woche aus», erklärt Rock. Die «Agglos» erkenne man an ihrem Versuch, stets wahnsinnig hip zu sein. Städter seien anders, innerlich und äusserlich, agierten sensibler. Dumme Sprüche wegen seines Aussehens kämen vor allem von «Agglos». Sogar alteingesessene Senioren aus Zürich seien toleranter, aufmerksamer und witziger.

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Ferien auf dem Land wären der reinste Horror für Rock. Er sei fasziniert von Grossstädten, seine Ausbildung zum Piercer hat er denn auch in London absolviert. «Ich bin sehr wandlungsfähig, man kann mich nirgends einordnen. Früher war ich ein Punk, dem nichts schräg genug war, und zog mit wilden Gangs herum. Heute biete ich Raum für Projektionen.» Letzteres sei typisch für einen echten Städter.