Die «grosse schlanke, soldatische Erscheinung mit grossgermanischer Einstellung» wurde am 30. Januar 1945 von Reichsführer Himmler zum SS-General befördert: Sturmbannführer von Elfenau.

Hinter «von Elfenau» verbarg sich ein Major der Schweizer Armee: Johann Eugen Corrodi. Dieser war im Jahr 1935 zum Präsidenten des Offiziersvereins Biel-Seeland gewählt worden. Aus Enttäuschung darüber, dass er kein Auszugsbataillon führen durfte, verliess er im Juli 1941 heimlich die Schweiz und trat der Waffen-SS bei.

Obwohl Corrodi Hitler-Anhänger, Antisemit und SS-General war, hat er sich nicht an Kriegs- oder Menschheitsverbrechen beteiligt. Im Mai 1945 kehrte er in die Schweiz zurück. Hier wurde er wegen Missachtung von Dienstvorschriften, Ungehorsams und fremden Militärdienstes zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt. Corrodi verstarb 1980 in Basel.

Peter Blauner, Angestellter im Eidgenössischen Militärdepartement (EMD) und selbst Offizier, hat im Auftrag der Offiziersgesellschaft Biel-Seeland die vergessene Biographie in monatelanger Kleinarbeit in Archiven von Bern und Berlin rekonstruiert. Das Resultat: eine brisante 24seitige Broschüre zur Zeitgeschichte, die laut Blauner «für unsere Gesellschaft und einen ehemaligen Offizier unserer Armee absolut kein Ruhmesblatt darstellt». Dafür ein Lorbeerblatt für die Bewältigung der eigenen Vergangenheit.

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