Zwei Banken, zwei Welten. Hier die kleine Spar- und Leihkasse Frutigen (Bilanzsumme: 863 Millionen), dort die Weltbank UBS (981 Milliarden). Fast gleichzeitig trafen sich ihre Aktionäre zur Generalversammlung, in Kandersteg und in Basel. Beobachter-Reporter Thomas Angeli war mit dabei – als kritischer Journalist. Sein Interesse galt nicht den Zahlen, Kursen, Dividenden, sondern den Menschen – vorab jenen, die sich aus der dritten, fünften, zehnten Reihe zu den Aperohäppchen drängen. Was bindet die Leute an ihre Bank?

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Ich bin ein kleiner Kunde der grossen Bank. Ich schätze ihren Service. Ich vertraue ihrem seriösen Ruf. Das tat ich allerdings auch schon, als die UBS noch die SBG war – halb so gross und halb so global. «Die Fusion soll in erster Linie auch unseren Kunden zugute kommen», schrieb mir die Bankgesellschaft, als sie dem Bankverein das Jawort gab. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen. Ich bin nicht unzufriedener, aber auch nicht glücklicher mit meiner Bank.

Wer also hat wirklich profitiert von der Schweizer Bankenhochzeit des Jahrhunderts? Die Bankangestellten? Die Grosskunden? Die Aktionäre? Uberhaupt: Wem dienen all die Megafusionen? Und sind sie stets nötig und sinnvoll?

Die Schweizerinnen und Schweizer verfolgen die Entwicklung in der globalisierten Wirtschaft mit wachsendem Unbehagen. Das wird nicht nur in unserer Redaktion und in unserem Beratungszentrum aus zahlreichen Zuschriften von Konsumenten und Anlegerinnen deutlich; ein gleiches Stimmungsbild zeichnen Meinungsumfragen. So vermeldet das Marktforschungsinstitut Demoscope, dass nur noch 18 Prozent der Bevölkerung die wirtschaftlichen Konzentrationsprozesse positiv sehen. Und sogar die renommierte Unternehmensberatungsfirma KPMG kommt in einer Studie zum Schluss, dass acht von zehn Fusionen ihr Ziel verfehlten.

Small is beautiful – der neudeutsche Slogan meldet sich zurück. Die Chancen stehen also gut, dass sich die «Frutigkässeler» noch ein paarmal in der «Blümlisalp» am Salatbuffet treffen.

Ubrigens: Besonders gut investiert ist der Schweizer Franken in jenen stabilen Titel, den Sie gerade in Händen halten. 63 Franken und 80 Rappen kostet ein Beobachter-Jahresabo ab dem 1. Juli 2000. Das sind zwei Franken mehr als bisher; steigende Produktions- und Vertriebskosten machen die Anpassung nötig. Dafür bieten wir noch mehr redaktionelle Leistung, noch mehr nützliche Information und einen noch einfacheren Zugang zu unserem Beratungszentrum. Und das – exklusiv für Abonnentinnen und Abonnenten – zum Spezialtarif: Seit März kosten unsere telefonischen Beratungs-Hotlines nicht mehr Fr. 2.13 pro Minute, sondern nur die normale Telefongebühr. Wo sonst gibts eine solche Leistung zu einem solchen Preis?