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GeburtWeg mit dem Babyspeck

Die meisten Frauen möchten nach der Geburt ihres Kindes so rasch wie möglich zu ihrem Ausgangsgewicht zurück. Wer jedoch dauerhaft Kilos reduzieren will, braucht dafür gleich nochmals neun Monate.

Wer nach der Geburt abnehmen will, sollte dies in kleinen Schritten tun und sich Zeit nehmen.

Von aktualisiert am 15. Januar 2018

Stolz und glücklich, aber unzufrieden mit der Figur: So fühlen sich Tausende von Frauen nach der Geburt, wenn der Bauch leer und weich ist und die alten Jeans nicht mehr passen. Zwei von drei Müttern klagen nach der Schwangerschaft über zu viele Pfunde. Davon betroffen sind vor allem Frauen, die bereits Kinder haben und keine Zeit für eine sportliche Betätigung finden.

Das Risiko, die Kilos nach der Geburt nicht mehr loszuwerden, sei für jene Frauen am höchsten, die erneut schwanger würden, bevor sie zu ihrem Ursprungsgewicht zurückgefunden hätten. Trotzdem gilt, lustvoll zu essen, denn die Schwangerschaft ist nicht die Zeit, um sich zu kasteien. Ein Praliné zu geniessen ist besser, als vor lauter Frust nachts den Kühlschrank zu leeren.

Lieber ein paar Kilos mehr während der Schwangerschaft

Die meisten Ratgeberbücher empfehlen eine Gewichtszunahme von 10 bis 15 Kilogramm: Das Durchschnittsbaby wiegt beim Geburtstermin etwa 3,5 Kilogramm, die Plazenta samt Gebärmuttermuskelmasse ungefähr 1,5 Kilogramm, das Fruchtwasser ein knappes Kilo. Weitere zwei bis vier Kilogramm kommen durch die Zunahme des Blutvolumens hinzu, die Einlagerung von Wasser im Gewebe sowie das Wachstum der Brüste. Der Rest entfällt auf Fettdepots, die der Körper für das Stillen bereitstellt.

Die Praxis aber widerspricht den Ratgebern. Die Analysen von mehreren tausend Geburten am Universitätsspital Zürich (USZ) ergaben, dass die durchschnittliche Gewichtszunahme beim Geburtstermin 15,5 Kilogramm beträgt. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Auch Frauen, die deutlich mehr zunahmen, hatten keine Schwangerschaftsprobleme. Bisher glaubte man, zu viele Kilos würden das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen erhöhen.

Klar ist auch: Wer nach der Geburt abnehmen will, sollte dies in kleinen Schritten tun und sich Zeit nehmen, denn bis das Ausgangsgewicht wieder erreicht ist, braucht es mindestens so viel Zeit, wie die Schwangerschaft gedauert hat. Radikaldiäten lösen nur den berüchtigten Jo-Jo-Effekt aus: Bereits einige Monate nach der Diät ist das Gewicht dann noch höher als vor dem Hungern. Denn durch das Abnehmen wird der Grundumsatz des Körpers gesenkt – er verbrennt weniger Kalorien. Wird nach der Diät wieder normal gegessen, setzt der Körper sofort wieder Fett an, weil er noch immer auf Sparflamme arbeitet.

Diäten schaden dem Säugling

Vor allem stillende Frauen dürfen nicht zu schnell abnehmen und müssen auf eine nährstoffreiche Ernährung achten. Zum einen weil sie für die Milchproduktion – bis zu 1,2 Liter pro Tag, inklusive Fett und Milchzucker – mehr Energie, Vitalstoffe und Vitamine benötigen. Zum anderen weil beim Fettabbau auch Schadstoffe, die über Jahrzehnte im Gewebe gespeichert waren, in die Muttermilch und so in den Körper des Babys gelangen. Eine massvolle Gewichtsreduktion ist jedoch auch während des Stillens zu vereinen: Wenn man etwa ein Kilo pro Monat abnimmt, ist die Schadstoffbelastung der Milch unproblematisch.

Hilfreich ist auch eine gelassene Einstellung gegenüber dem eigenen Körper, die den Weg zum Wohlfühlgewicht ebnen kann.

Abnehmen: So gehts schneller

  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Den Hunger zwischendurch sollten Sie mit Früchten, Gemüse, Vollkorn- und leichten Milchprodukten stillen.
  • Verzichten Sie auf Fertigmahlzeiten.
  • Greifen Sie bei Zeitnot auf gewaschene und geschnittene Salate oder tiefgefrorenes Gemüse zurück.
  • Trinken Sie viel: vor jedem Essen und jedem Naschen ein Glas Wasser. Pro Tag benötigen Sie mindestens zwei Liter Wasser oder Kräutertee.
  • Essen Sie keine Reste der Babynahrung.
  • Gehen Sie mit Ihrem Kind täglich spazieren. Tun Sie dies in zügigem Tempo.
  • Verzichten Sie auf Alkohol.

 

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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