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DiabetesDiabetiker zu Gast - was tun?

Welche Köstlichkeiten dürfen Diabetiker zu Weihnachten essen?

Für Diabetiker können die üppigen Schlemmereien an den Festtagen zum echten Härtefall werden: Was Sie als Gastgeber Diabetikern problemlos anbieten können. Sowie leckere Rezeptideen.

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Für Diabetiker ist das ausgiebige Essen in der Weihnachtszeit voller Tücken. Die folgenden Punkte sollten Sie als Gastgeber beachten.

Orientieren Sie sich an der Lebensmittelpyramide

Da das Essen wesentlichen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat, ist für die meisten Diabetiker eine gesunde und ausgewogene Ernährung ein Grundpfeiler ihrer Behandlung. Sie orientieren sich dabei an der Lebensmittelpyramide. Je höher ein Lebensmittel in diesem Modell eingeordnet ist, desto weniger sollte man davon essen. Kohlenhydrate sind dabei die wichtigsten Energielieferanten. In einer ausgewogenen Ernährung sollten sie etwa die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs decken. Für Diabetiker sind sie besonders wichtig, da ihre Menge in einer Mahlzeit die wichtigste Bestimmungsgrösse für den Blutzuckeranstieg nach dem Essen ist. Eiweisse, Fette und Ballaststoffe erhöhen den Blutzucker nicht. Dies die Theorie.

Wenig Kohlenhydrate, wenig Alkohol

In der Praxis sollte man pragmatisch vorgehen. Das fängt bei einem Apéro an. Haben Sie Diabetiker zu Gast, sollten Sie versuchen, verschiedene Varianten von Häppchen mit unterschiedlichen Mengen an Kohlenhydraten anzubieten: Neben deftigeren Varianten sollten es auch kohlenhydratarme Häppchen sein, wie zum Beispiel Gemüse-Dips, Tomaten-Mozzarella-Spiessli, Oliven, getrocknete Tomaten, gesalzene Nüssli oder Käsehäppchen. 

Auch bei alkoholischen Getränken gibt es kohlenhydratarme Varianten, wie trockener Weisswein oder Rosé oder auch Champagner brut. Aber Achtung: Alkoholkonsum kann bei Diabetikern zu Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen. Darum gönnt man sich am besten ein Glas zum Essen oder kurz davor. In jedem Fall empfiehlt sich, Mass zu halten.

Das ideale Tellerschema kann bei der Menü-Zusammenstellung helfen.

Auch Fette und Öle gehören zu einer ausgewogenen Ernährung, sie sind jedoch sehr sparsam zu verwenden. Zurückhaltung gilt auch bei Lebensmitteln, die  verstecktes Fett enthalten. Dazu gehören unter anderem: Paniertes, Gratiniertes, Frittiertes, fettes Fleisch, Terrinen, Käsespeisen, Rahm- und Buttersaucen, Kuchen- und Blätterteig. Fette lassen sich aber vor allem dadurch einsparen, dass man frittieren und panieren durch dämpfen, dünsten, pochieren oder grillieren ersetzt, anstelle von fettem mageres Fleisch wählt oder zum Beispiel Bratkartoffeln durch Ofenkartoffeln ersetzt.

Zucker darf sein

Auch beim Dessert muss niemand aussen vor bleiben, denn auch Diabetiker können Zucker essen. Dieser ist in der heutigen Therapie nicht mehr verboten. In kleinen Mengen genossen, wie in unseren Dessertideen unten, sind Süssigkeiten für alle möglich.

Doch um auf Nummer sicher zu gehen: Erkundigen Sie sich vorgängig bei den Gästen, was sie essen und trinken und was nicht.

Rezeptideen

Gebratener Truthahn
(8 –10 Portionen)

  • 175 g Mehl

  • 6 g CANDEREL Pulver (ca. 3 EL)

  • 125 g kalte fettreduzierte Butter

  • 1 Beutelchen Bourbon Vanille-Aroma

  • 1 – 2 Esslöffel kaltes Wasser

  • 2 Eigelb

  • 50 g kalorienreduzierte Himbeerkonfitüre zum Füllen

  • 1 Truthahn ( 3 – 4 kg)

  • 50 g Öl

  • 20 g Mehl

  • 40 g Butter

  • Salz

  • Bouillon oder Wasser


Den bratfertigen Truthahn innen mit Salz einreiben, evtl. auch mit Majoran oder Rosmarin würzen. Dressieren und aussen ebenfalls salzen.

Mit einer Brustseite nach unten in heisses Öl legen und etwa 30 Minuten braten; den Truthahn dabei wiederholt bewegen, um das Ankleben der Brusthaut zu vermeiden. Dann 30 Minuten die andere Brustseite braten, auf den Rücken legen und fertig braten.

Bratdauer mindestens 1½ bis 2 Stunden. Während des Bratens den Truthahn wiederholt mit Eigensaft begiessen, und die Brust nicht zu lange braten, damit sie nicht trocken wird. Den Bratensaft bis zur Braunfärbung eingehen lassen, eventuell etwas Fett abgiessen, mit der frischen Butter aufschäumen, mit etwas Mehl bestäuben, mit Bouillon oder Wasser zur Sauce einkochen und abseihen.

Eine ebenfalls beliebte Zubereitungsart ist das Braten in einer Folie. Dafür wird eine Alufolie mit Butter bestrichen, mit etwas Wasser befeuchtet, der vorbereitete, gewürzte Truthahn eingeschlagen und im Ofen gebraten. Die letzte Viertelstunde die Folie öffnen, damit der Truthahn Farbe annimmt.

Lachsfilet à l'orange
(4 Portionen)

  • 4 Lachsfilets (ca. 120 –150 g), ohne Haut
  • 1 dl Orangensaft
  • 1 TL Marsala
  • Salz, Pfeffer (evtl. Zitronen- oder Orangenpfeffer)
  • 20 g Butter


Die Filets würzen und in gebutterte Gratinform legen. Orangensaft und Marsala darüber giessen und während ca. 15 – 20 Minuten im auf 180 ºC vorgeheizten Ofen garen. Filets warm stellen.

Den restlichen Jus in Pfännchen absieben und auf ca. 4 Esslöffel einkochen. Pfanne vom Herd nehmen und die restliche kalte Butter im Jus schmelzen.

Lachs auf vorgewärmten Teller anrichten, mit dem Jus beträufeln. Mit Salzkartoffeln und Endivien-Rahm-Gemüse servieren.

Himbeergratin
(5 Portionen)

600 g Himbeeren (frisch oder tiefgekühlt) auf fünf Dessertschälchen verteilen, 5 Beeren zum Garnieren aufbewahren.

Gratinmasse

  • 2 Eigelb mit
  • 1 KL Vanillezucker und
  • 2 gestrichenen EL Assugrin® Süsspulver zusammen mit dem Rührwerk ca. 3 Min. schlagen
  • wenig Ingwer und
  • 100 g Blanc Battu natur zugeben und rühren
  • 2 Eiweisse mit 1 Prise Salz steif schlagen und sorgfältig unter die Masse mischen


Die Gratinmasse gleichmässig über die Himbeeren verteilen. Im vorgeheizten Backofen (250° C) auf der obersten Rille circa 7 Minuten hellbraun gratinieren.

Der Himbeergratin kann warm oder kalt serviert werden. Anstelle von Himbeeren können auch andere Beeren verwendet werden.

Süssmostcreme
(5 Portionen)

  • 4 dl Süssmost erhitzen
  • 1½ EL Stärkemehl (z.B. Maizena) in 1dl Wasser anrühren, in Süssmost einrühren, 3 Minuten leicht kochen lassen
  • wenig Zitronensaft beigeben, Pfanne vom Herd nehmen
  • 2 Eigelb mit 1 TL Assugrin® Süsspulver gut verquirlen, der Creme unter Rühren zugeben, nochmals bis vor den Siedepunkt erhitzen, in eine Schüssel durch ein Sieb passieren, mit Klarsichtfolie abdecken und kühlstellen

Kurz vor dem Servieren:

  • 2 Eiweiss zu Schnee schlagen
  • 1dl Halbrahm schlagen und zusammen mit dem Eiweiss sorgfältig unter die ausgekühlte Creme ziehen
  • mit den Apfelscheiben garnieren
Veröffentlicht am 2016 M12 12

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1 Kommentar

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diabetesclub.ch
Eine gute Sache, vielen dank! Zu ergänzen ist jedoch: Für Diabetesbetroffene ohne Insulintherapie können die Ratschläge von grosser Bedeutung sein. Diabetiker, welche Insulin applizieren, können grundsätzlich alles geniessen, entscheiden ist, dass sie wissen, wie die Genüsse zu insulinisieren sind. Alkohol ist für Diabetesbetroffene heute kein Tabu mehr, entscheidend ist zu wissen, wie mit einem allenfalls auch höheren Alkoholkonsum umzugehen ist. Diabetesbetroffene mögen die Frage „darfst du denn das?“ in der Regel nicht. Im Schweizer Diabetesforum www.diabetesclub.ch, mit dem Forenslogan „Diabetes! … na und?“ werden auch Fragen zu kulinarischen Genüssen diskutiert und es können, auch von Gastgebern, entsprechenden Fragen gestellt werden.