Das Bett seiner Tochter bleibt leer
Vor zwei Jahren reiste Alvaro Garcias Ex-Frau mit der gemeinsamen Tochter heimlich nach Litauen und kam nie mehr zurück. Trotz Warnzeichen reagierten die Behörden zu spät. Der Fall zeigt, wie hilflos der Rechtsstaat bei internationalen Kindesentführungen ist.

Veröffentlicht am 29. September 2026 - 05:00 Uhr

Das Kinderzimmer wirkt verlassen: Alvaro Garcia (Name geändert) hat seine Tochter Ana seit drei Jahren nicht mehr gesehen, sie wurde von ihrer Mutter entführt.
Ein Bett voller Kuscheltiere, ein bemaltes Kartonhaus, ein Spielteppich: Anas Zimmer in der Wohnung ihres Vaters Álvaro García sieht aus wie ein typisches Kinderzimmer. Und doch fehlt vieles: in die Ecke geworfene Socken, herumliegende Puppen, halb fertige Zeichnungen. Es fehlt Leben. Es fehlt das Kind. Es fehlt Ana.
Im August 2023 schlief das Mädchen, das heute sieben Jahre alt ist und eigentlich anders heisst, zum letzten Mal in seinem Bett bei seinem Vater. Die Eltern lebten getrennt, Ana verbrachte das Wochenende mit ihm. Sie gingen in die Badi, mussten vor einem Platzregen fliehen und assen Glace. Sie Schokolade, er Pistazie. Am Samstagabend schauten sie «Paw Patrol», und er spielte ihr auf der Gitarre ein Gutenachtlied. Am Sonntag brachte er sie zurück zu ihrer Mutter. Es war das letzte Mal, dass er seine Tochter sah.