Esther Meissener trauert. Aber ihr Umfeld zeigt wenig Verständnis. «War doch nur ein Hund – hat letztens meine Chefin zu mir gesagt.» Der Kommentar hat sie verletzt. Gerade weil ihre Hundedame Naty nicht friedlich entschlafen ist, sondern aufgrund einer Nierenerkrankung eingeschläfert werden musste. «Die Tage vor der Euthanasie waren ein Albtraum», sagt Meissener, die eigentlich anders heisst. Sie wollte den Termin immer wieder absagen.

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Die Entscheidung für die Euthanasie bei einem Haustier ist für viele ein schwieriger Lebensmoment. «Sie wird häufig von Schuldgefühlen begleitet», sagt Psychologin Cordelia Noe, die sich auf Tiertrauer spezialisiert hat. Das Gefühl der Schuld kommt aus dem Rollenwechsel: Gestern war man noch wichtigster Beschützer des Tiers, heute setzt man seinen Todeszeitpunkt fest. Tendenziell werde die Euthanasie hinausgezögert.