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  4. Musikalische Früherziehung: Kinder an Klänge heranführen

Musikalische Frühförderung«Kraftfutter für die Kinderhirne»

Klänge helfen Kindern in ihrer Entwicklung. Für Eltern gibt es viele Wege, das zu unterstützen.

Gesang drückt Gefühle aus und schult die Konzentration von Kindern.
von aktualisiert am 05. Juli 2018

Franca haut mit dem Kochlöffel auf den Topf. «Mama, Musik!», ruft die Zweijährige begeistert. Die Mutter freut sich über das Klangexperiment ihrer Jüngsten Erziehung Soll ich mein Kind ausprobieren lassen? , holt den Rührbesen und swingt mit. Gemeinsam bewegen sie sich im Takt, singen dazu. Ob man das als Musik bezeichnen kann, ist fraglich. Aber es weckt Francas musikalische Neugier. Dabei gilt wie so oft: Erlaubt ist, was gefällt.

Musikalität bedeutet zunächst, von Musik berührt zu werden, zu reagieren auf alles, was Geräusche erzeugt. Jedes Kind ist offen und bereit, die Klangwelt in sich aufzunehmen und sich auf musikalische Weise auszudrücken. Jeder Mensch hat dazu angeborene Veranlagungen Frühförderung Wie man Kinder auf den richtigen Weg bringt . Natürlich wird nicht aus jedem Kind ein Mozart – doch der Kontakt mit Musik hat einen positiven Einfluss auf seine Entwicklung. «Der Mensch ist ohne Musik nicht vollständig, sondern nur ein Fragment», sagte schon der ungarische Komponist und Pädagoge Zoltán Kodály.

Es beginnt bereits im Mutterleib

Musik fördert kognitive, sprachliche, motorische und emotionale Fähigkeiten Empathie Ich weiss, was du fühlst , da sind sich die Entwicklungspsychologen einig. «Singen ist Kraftfutter für Kinderhirne», sagt etwa der deutsche Neurobiologe Gerald Hüther.

Den ersten Kontakt mit Klängen und Geräuschen erlebt das Kind schon im Mutterleib. Ab der 27. Schwangerschaftswoche reagieren Embryos auf bestimmte Melodien, die die Mutter häufig singt. «Auch in der Musik gibt es eine musikalische Vor-Sprache, ähnlich den Kritzelbildern im Kleinkindalter», sagt die deutsche Musikpädagogin Dorothée Kreusch-Jacob.

«Erste musikalische Grunderfahrungen werden im Gehirn festgehalten und gespeichert. Später kommt beim heranwachsenden Kind eine Fülle neuer Daten hinzu, etwa das Schlaflied, das die Mutter singt, ihr Sprechgesang, wenn sie das Baby im Arm wiegt.»

Auch das Rasseln von Spielzeug und rhythmische Verse wie «Ryte, ryte, Rössli» gehören dazu.

Angebote schon für Zweijährige

Doch bald stellt sich die Frage: Wann soll man Kinder zu zusätzlichen musikalischen Erfahrungen animieren? Schon für Kleine ab zwei Jahren gibt es Angebote. Für Eltern, die selbst keinen Zugang zur Musik gefunden haben oder gehemmt sind, können solche Kurse hilfreich sein.

Meist ab dem sechsten Lebensjahr können sich Kinder bei Musikschulen für ein Instrument entscheiden. Die Auswahl ist gross. Wichtig: Kinder sollten nach Möglichkeit selbst wählen dürfen. Ob ihnen die Musik ein Leben lang Freude macht, hängt von der Liebe zum Instrument Erziehung Warum Kinder ein Instrument spielen sollten ab. Musikschulen oder -geschäfte bieten die Möglichkeit, Instrumente zu erproben.

Tipps: So bringt man Kindern Musik nahe

  • Singen: Auch wenns ein bisschen hölzern klingt und man die Töne nicht astrein trifft, ist gemeinsames Singen ein Muss. Denn dabei spüren Kinder: Jetzt sind die Erwachsenen ganz für mich da. Gesang fängt Stimmungen auf, drückt Gefühle aus und schult die Konzentrationsfähigkeit.
  • Fingerspiele, Klatschlieder, Abzählverse: Sie fördern Feinmotorik, Geschicklichkeit, Konzentration und Rhythmusgefühl.
  • Tanzen: Auch wenn das Kind noch nicht wirklich tanzen kann, hat es Spass daran, auf den Arm genommen und im Rhythmus bewegt zu werden.
  • Instrumente: Schon mit sechs Monaten können Kinder mit Rasseln, Trommeln, Klingelbällen oder Glöckchen Töne erzeugen. Später kann ein Xylofon oder eine einfache Blockflöte hinzukommen.
  • Instrumente selber basteln: Das macht Kindern besonders Spass. Steinchen oder Sand in Blechdosen und in WC-Rollen sind einfache Möglichkeiten, Töne greifbar zu machen.
  • Zusammen Musik hören: Es geht nicht darum, Kinder den ganzen Tag über mit Musik zu berieseln. Sondern darum, ihnen verschiedene Musikrichtungen näherzubringen – von Klassik bis Rap. Kinder haben feine Antennen und machen ganz eigene Erfahrungen, welches Genre sie am meisten beschwingt.

Bezahlbarer Musikunterricht

Bund und Kantone sind laut Bundesverfassung beauftragt, Kinder und Jugendliche musikalisch zu bilden. Der Unterricht bei anerkannten Musikschulen wird subventioniert. Grundsätzlich unterstützen Kantone und Gemeinden die Stunden ab dem Eintritt in den Kindergarten.

Die Eltern tragen meist 40 bis 60 Prozent der Kosten. In einigen Kantonen unterstützt die öffentliche Hand die Musikschulen mit einem Anteil von bis zu 75 Prozent. An den meisten Musikschulen gibt es Rabattsysteme. Viele Schulen verfügen ausserdem über eigene Fonds oder Stiftungen, um finanzschwache Eltern zu unterstützen.

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