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KamikatzeDer Name der Katze – und seine Tücken

Wer einen Namen für seine Katze sucht, sollte erstens ein, zwei Mythen beerdigen und zweitens weltpolitische Aspekte miteinbeziehen. Sonst kanns peinlich werden.

Sahib ignoriert Zurufe trotz des «i's» in seinem Namen – er kommt aber zuverlässig, wenn er hört, dass der Kühlschrank geöffnet wird.
Von aktualisiert am 14. Mai 2009

Es werden ja viele Märchen erzählt. Zum Beispiel darüber, dass Katzennamen immer mindestens ein «i» und ein «u» enthalten müssten und zudem nur zwei Silben haben sollten, weil die Tiere sonst nicht auf ihren Namen hören. Als ob Katzen je auf irgendetwas hören würden. Auf menschliche Zurufe reagieren sie ja überhaupt nur, wenn sie für sich einen Vorteil darin sehen. Schlichtweg taub sind sie hingegen, wenn sie zum Beispiel im Blutrausch einer Fliege hinterherjagen und dabei das Familienporzellan vom Tisch fegen. So gesehen ist es eigentlich vollkommen schnuppe, wie man die Tierchen nennt. Wobei: zwei, drei Dinge sollte man schon beachten.

Zum einen ist es ratsam, bei der Wahl eines Katzennamens seine Anfälligkeit für Missverständnisse in die Überlegungen miteinzubeziehen. So gerieten etwa meine Eltern in eine recht seltsame Situation, als sie vor einigen Jahren während meiner Herbstferien erstmals die beiden Kater Nr. 1 und 2 hüteten, die von ihren ersten Besitzern die schönen Namen Sahib und Omar erhalten hatten. Bis dahin war niemand auf die Idee gekommen, dass vor allem der Name Omar seine Tücken hat. Und zwar in verschiedener Hinsicht – aber ganz gewiss nicht wegen fehlender «i’s» und «u’s».

Ein «Schläfer»? Kater Omar wurde schon mit Terrorismus in Verbindung gebracht.

Der Kater Omar hat die Eigenschaft, bei Gewittern jeweils einen so heftigen Nervenschock zu erleiden, dass er sich gewissermassen auflöst: Er ist dann einfach – weg. Und natürlich zog während des ersten Katerhütedienstes meiner Eltern eines Abends ein Unwetter übers Land. Als sie sämtliche Fenster und Türen vor der drohenden Sturmflut verriegelt hatten, wollten sie sich vergewissern, dass es den Katzen gut geht. Nachdem sie aber die ganze Wohnung vergeblich nach Omar abgesucht hatten, kamen sie zum Schluss, dass er in Panik vom Balkon im 2. Stock gesprungen sein musste.

Um bei meiner Rückkehr nicht der Verantwortungslosigkeit bezichtigt zu werden, stapften die beiden Endsechziger also in Gummistiefeln und Pellerinen mit ihren Taschenlampen durch den apokalyptischen Sturm und riefen «Omar! Omar!» (als ob Katzen auf ihre Namen hören würden…). Irgendwann fiel ihnen auf, dass vor dem Regen fliehende Passanten bei aller Eile doch die Zeit fanden, sie befremdet anzustarren.

Meine Eltern wissen bis heute nicht mit Sicherheit, wessen sie verdächtigt wurden: Entweder dachten die Leute offenbar, meine Eltern hielten gewaltbereite Fundamentalisten im Garten versteckt – es war immerhin der Oktober 2001, also wenige Wochen nach 9/11. Oder aber man dachte, meine Eltern hätten die «Oma» in den Büschen vergessen.

Omar hat das Gewitter übrigens unbeschadet überstanden: Er hatte sich tarntechnisch klug in den Tiefen eines Badezimmerschranks zwischen den Handtüchern zusammenfaltet und liess völlig entkräftet eine Pfote daraus hervorhängen, als meine Eltern durchnässt aus dem Garten zurückkehrten.

Die Benennung einer Katze ist also eine komplexere Aufgabe als man vielleicht denkt. Das zeigte sich auch, als ich Katze Nr. 4 und 5 umtaufen wollte: Katzennamen und ihre Tücken, Teil II.

Derweil würde uns interessieren, wie Ihre Katzen heissen und warum, und welche Erfahrungen Sie mit Katzennamen gemacht haben – bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion, um Ihre Geschichten zu erzählen.

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19 Kommentare

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Katharina Barbara Mangold
Unsere Katzendame heisst Thana, genannt 'Mistbiene' (sie ist sehr einfallsreich in Sachen Unsinn) :-) Unser Kater heisst Dédé wird aber 'Schnuffel' gerufen, weil er sich wie ein Hund hinstellt und dazu schnüffelt. Beide hören auf ihre beiden Namen. Wir hatten auch schon eine 'Paka', eine 'Madison' und einen 'Spazzolino'. Alle hörten auf ihre Rufnamen und wussten immer, wann sie gemeint waren.

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Bigcat
Unsere Kater heißen Charly und Theo. Beide sind aus dem Tierheim, Charly hieß schon so und wir haben den Namen einfach beibehalten. Und weil unser Theo ein ziemliches Brummerchen ist, wollten wir keinen Namen für ein Baby-Kätzchen, sondern einen, der seiner gewichtigen Persönlichkeit eher gerecht wird. Beide hören manchmal auf ihre Namen, oft auch nicht. Und dann gibt's ja noch die "Spitznamen", also z. B. "Knuddelmäuse", "Knutschkugeln" oder "Honigschnuten" - und die "Rufnamen" - z. B. "Pfotenvomtisch" oder "NichdieBlumenessen"! Darauf hören sie auch! Aber einer geht immer: Ich rufe "Schinken", und sofort sind sie da...! Liebe Grüße!

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Cheesy
Hihi, oh ja, Du hat absolut recht. Katzen hören entweder gar nicht; oder dann wenn sie wollen auf alles was nett klingt. Da kann es heissen wie es will.

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hexenhaus
einfach genial diese texte....und so total aus dem leben gegriffen.

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