Die Ex-Miss-Schweiz-Kandidatin Anja Müller ist stolz: Sie ist sich mit ihrem Freund, dem FCB-Fussballstar Murat Yakin, beim Zügeln nicht in die Haare geraten. Dabei hatten die zwei alles doppelt, als sie ins gemeinsame Haus in Reinach BL zogen: vom Sofa über den Esstisch bis zum Toaster. «Streit gab es nicht», sagt Anja Müller. Sie suchte sich mit Murat aus, was beiden am besten gefiel – den Rest stellten sie in die Garage. «Murat hat mich beim Einrichten einfach machen lassen. Er war überzeugt: Was mir gefällt, gefällt ihm auch», so Anja Müller.

Ohne Kompromisse geht es nicht

So harmonisch funktioniert es aber nicht immer. «Die erste gemeinsame Wohnung ist nach der ersten gemeinsamen Nacht und den ersten gemeinsamen Ferien der dritte Härtetest einer Beziehung», sagt der Zürcher Psychoanalytiker und Paartherapeut Markus Fäh. «Vor dem Zusammenziehen kann einem der Geschmack des Partners schnuppe sein. Doch wenn es ums Einrichten geht, können Differenzen plötzlich aufbrechen», so der Experte. Erst dann zeige sich, ob ein Paar zusammen reden und Kompromisse finden kann.

Schwierig wirds etwa, wenn der eine Partner seinen Designertisch aus Glas und Metall mitbringen möchte, der andere sich aber um keinen Preis vom Erbstück aus massiver Eiche trennen will. Der Ratschlag von Markus Fäh: «Vor dem Zusammenziehen tun Paare gut daran, die möglichen Konfliktpunkte durchzuspielen.»

Und: Sie sollten sich in Ruhe einig werden, bevor zwei Tische im Esszimmer stehen und der Streit in vollem Gang ist. Im schlimmsten Fall merken die beiden: Unsere Vorstellungen sind so verschieden, dass sich kein gemeinsamer Nenner finden lässt. «In der Regel ist aber ein Partner bereit, den Einrichtungsstil des andern zumindest zu tolerieren», so Fäh.

Neben grossen Pflanzen und Sammlungen aller Art ist häufig auch das Bett ein heikler Punkt: Soll man das Liebesnest, das man einst mit dem Expartner geteilt hat, in die neue Beziehung mitnehmen? «Ich würde eher ein neues Bett kaufen», rät hier der Paartherapeut. Denn das Bett des Verflossenen könne verborgene Eifersucht aufs Vorleben des neuen Partners plötzlich aufbrechen lassen.

Fäh rät zudem ab, alte Möbel, die nicht in die neue Wohnung passen, im Estrich oder im Keller zu horten. «In ein gemeinsames Heim zu ziehen ist ein Liebespakt. Man nimmt Abschied von der vorherigen Lebensphase. Wer alte Sachen hütet, signalisiert, dass er nicht völlig überzeugt ist vom gemeinsamen Neuanfang.»

Auch Anja Müller und Murat Yakin befolgten dies: Nach und nach verschenkten sie überflüssige Sachen an Freunde.


Buchtipps

Markus Fäh: «Das Triviale der Liebe»; Zytglogge, 2006, 250 Seiten, 36 Franken

Sonja Hauser: «Zusammen leben, zusammen wohnen. Was Paare ohne Trauschein wissen müssen.» Der Beobachter-Ratgeber mit Lösungen für jede Lebensgemeinschaft. 4., aktualisierte Auflage, 2004, 208 Seiten, 32 Franken.

Quelle: Toto Marti
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