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SeniorenWie sollen wir das Altersheim bezahlen?

Frage: Meine Eltern wollen ins Altersheim. Das kostet 9000 Franken pro Monat. Vermögen ist nur in der eigenen Wohnung vorhanden, etwa 100'000 Franken. Da mein Vater selbständig war, hat er nur eine kleine Rente. Wie finanzieren wir das Altersheim?

Wer seinen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung geltend machen will, muss sich bei der zuständigen AHV-Zweigstelle seiner Wohngemeinde melden.
von aktualisiert am 26. Juli 2017

Ihre Eltern verfügen über ein Monatseinkommen von etwa 4500 Franken. In der eigenen Wohnung reichte das. Ein Heimeintritt übersteigt das Budget jedoch massiv, und eine billi­gere Lösung werden Sie kaum finden. Wer hilft finanziell aus?

Die Krankenkasse wird sich an den Pflegekosten beteiligen: Je nachdem, in welche Pflegestufe Heimbewohner eingeteilt sind, erhalten sie Kostenver­gütungen über die Grundversicherung in unterschiedlicher Höhe. Auch Zusatz­versicherungen übernehmen teilweise Pflegekosten – ein Blick in die beste­hen­de Police lohnt sich hier allenfalls.

Aber auch das dürfte nicht genügen. Dann müssen die Eltern sich für Ergänzungsleistungen (EL) melden. Nach dem Verkauf der Wohnung werden ihnen voraussichtlich 100'000 Franken Vermögen zur Verfügung stehen. Davon werden von den EL lediglich 40'000 Franken in die Rechnung einbezogen – Ehepaaren steht ein Freibetrag von 60'000 Franken zu. Von den massgeblichen 40'000 Franken wird jährlich ein Fünftel in die Rechnung einbezogen, also 8000 Franken.

Wie werden die EL konkret berechnet? Die Einnahmen eines Ehepaars werden den persönlichen Ausgaben der beiden gegenübergestellt – und das jeweilige Manko wird über die EL finanziert. Bei Ihren Eltern werden als Einnahmen die Rente, die 8000 Franken Vermögensverzehr sowie der Zinsertrag eingerechnet. Als Ausgaben gelten die Heimkosten (abzüglich der von der Krankenkasse finanzierten Pflegetaxen), ein Betrag zur freien Verfügung von rund 420 Franken (kantonal unterschiedlich) pro Person sowie die Prämien der Grundversicherung. Den restlichen offenen Betrag gleichen die Ergänzungsleistungen aus.

Zuständig ist die AHV-Zweigstelle

Gleichzeitig übernehmen die EL übrige Krankheitskosten wie Selbstbehalte und Franchisen und allfällige Diätkosten. Dank diesem Unterstützungssystem müssen Heimbewohner nur noch in seltenen Fällen Sozialhilfe in Anspruch nehmen.

Wer seinen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung geltend machen will, muss sich bei der zuständigen AHV-Zweigstelle seiner Wohngemeinde melden.

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