Das Beobachter-Beratungszentrum erhält vermehrt Meldungen über Fälle, in denen Lesern vermeintlich hohe Erbschaften versprochen werden. Etwa Otto Leuenberger aus Berikon. Er bekam einen Brief aus Griechenland, verfasst von einem Anwalt namens Apothros Kostas. Der Briefkopf sieht professionell aus, doch bei genauerem Hinschauen fällt das merkwürdige Deutsch auf. Der Anwalt informiert über eine angebliche Erbschaft eines fernen Verwandten über 41 000 Franken, weswegen Leuen­berger sich umgehend melden solle. «Mir ist sofort aufgefallen, dass da etwas nicht stimmen kann», so Leuenberger.

Erst Gebühren, dann Millionen

In der Tat. Die Betroffenen werden per E-Mail, Fax oder Brief angeschrieben. Die Mitteilungen kommen aus Ländern wie Grossbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Rumänien oder Griechenland. Die Betrüger täuschen unter anderem vor, sie seien als Anwälte oder Treuhänder für die Verwaltung der Erbschaft eines weit entfernten Verwandten zuständig. Es handle sich um ein Vermögen in Millionenhöhe, das nun geteilt werden müsse. Als einzige gesetzliche Erben seien allein die im Schreiben Bezeich­neten übrig geblieben.

Die Empfänger werden aufgefordert, Kontakt mit dem Absender aufzunehmen und ihre persönlichen Daten und Kontoangaben zu übermitteln. Danach werden die «Erben» aufgefordert, angefallene Gebühren und weitere Auslagen zu überweisen, um an die Millionen zu kommen. Dabei existiert das angebliche Vermögen gar nicht. Wer eine solche Mitteilung erhält, sollte sie entweder ignorieren oder wegwerfen.

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