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KrankenkasseWie steige ich aus der Zusatzversicherung aus?

Frage: Ein Versicherungsberater überredete mich zum Wechsel der Zusatzversicherung. Die neue Police ist bereits eingetroffen. Nun habe ich es mir nochmals überlegt und will doch bei der bisherigen Lösung bleiben. Kann ich vom Wechsel zurücktreten?

Vertreter sind oft gewieft im Verkauf von Versicherungen, die man gar nicht braucht.
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aktualisiert am 05. März 2018

Bei der Krankenkassen-Grundversicherung gibt es keine Doppelversicherung. Aber bei den Zusatzversicherungen ist das anders: Wenn die Kündigung der alten Police ungültig ist, weil die Kündigung vergessen geht, zu spät eintrifft oder Sie doch lieber bei der alten Kasse bleiben wollen, kann es sein, dass der Abschluss der neuen Lösung bereits rechtsgültig ist – und Sie somit für zwei beinahe identische Produkte Ver­sicherungsprämien bezahlen müssen.

Überprüfen Sie bei Zweifeln deshalb so rasch wie möglich, ob Sie vom Vertrag zurücktreten können. Vom Gesetz her ist man nämlich 14 Tage an seinen Antrag gebunden. Falls es eine Gesundheitsprüfung braucht, beträgt die Frist sogar vier Wochen. Kommt die Bestätigung der Aufnahme in die neue Zusatzversicherung ohne Vorbehalt innert dieser Fristen, ist der Vertrag bindend. Ausser die Versicherungsbedingungen sehen ein Widerrufsrecht vor. Dann gilt diese Frist.

Ein Antrag kann auch mündlich entstehen, sobald Sie dem Berater zum Abschluss einer Zusatzversicherung zustimmen. Es kann auch sein, dass der Berater am Telefon verspricht, unverbindliche Unterlagen zuzustellen, jedoch bereits die Police schickt. Dann ist zwar kein gültiger Antrag entstanden, es wird aber für Sie schwierig, das zu beweisen.

Ob ein Antrag telefonisch oder schriftlich zustande kommt: In beiden Fällen haben Sie die Möglichkeit, vom Vertrag zurückzutreten, falls Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht im Besitz der allgemeinen Versicherungs­bedingungen waren und auch nicht über die Kündigungsmöglichkeiten informiert worden sind. Auch wenn wichtige Vertragsdetails nicht bekannt waren - zum Beispiel die Prämienhöhe - führt das dazu, dass Sie den Vertrag kündigen können. Der Berater hat dann seine Informationspflicht verletzt (Art. 3 und Art. 3a des Versicherungsvertragsgesetzes).

Wann erlischt das Kündigungsrecht?

Falls diese Informationen erst mit oder nach dem Vertragsabschluss erfolgt sind – also mit der Zustellung der Police –, ist das zu spät, und Sie haben die Möglichkeit zu kündigen. Das tun Sie am besten per Einschreiben. Die Kündigung wird wirksam, wenn sie beim Versicherer eingeht. Das Kündigungsrecht erlischt vier Wochen nachdem Sie von der Pflicht­verletzung Kenntnis erlangt haben. Definitiv erlischt das Kündigungsrecht ein Jahr nach der Pflichtverletzung.