Eingeloggte Beobachter-Abonnenten erfahren in diesem Inhalt …
  • Für welche Art der Forderung welche Verjährungsfristen gelten (inkl. Checkliste bei Guider).
  • Drei beispielhafte Fälle, welche die unterschiedlichen Fristen aufzeigen.
  • Mit welchen Handlungen eine Verjährungsfrist unterbrochen werden kann.
  • Was das Heimtückische an sogenannten stillen Betreibungen ist und wie man als Schuldnerin darauf reagiert.
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Beispielfall #1: Alte Darlehensschuld

Vor dreizehn Jahren gab Rita ihrer Freundin Karin ein Darlehen Privatdarlehen Vertrauen ist gut, Vertrag ist besser von 10'000 Franken, rückzahlbar in Monatsraten. Zunächst zahlte Karin, dann schrieb sie eine Mail: «Es tut mir leid, ich bin im Moment komplett pleite, ich kann nichts mehr bezahlen.» Und verschwand. Das war im Jahr 2009.


  • Frist: Ritas Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens verjährt nach zehn Jahren. Wie bei allen kündbaren Verträgen läuft die Frist ab dem Zeitpunkt, an dem Rita erstmals hätte kündigen können. Das ist bei Darlehen sechs Wochen nach der Auszahlung.
  • Unterbrechung: Mit jeder Rate, die Karin bezahlt hat, hat die Frist von neuem zu laufen begonnen. Dasselbe gilt für ihre E-Mail, mit der sie die Forderung anerkannt hat.
  • Fazit: Ritas Anspruch ist 2019 verjährt. Sie kann von Karin keine Rückzahlung mehr einfordern.
  • Hinweis: Da Karin verschwand, hätte Rita die Verjährung weder mit Betreibung noch mit Klage unterbrechen können – denn dafür hätte sie Karins Wohnsitz oder zumindest den Aufenthaltsort kennen müssen.