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WiedergutmachungBehördenopfer können Entschädigung beantragen

Nach langjährigem Kampf haben Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen nun endlich die Möglichkeit, Entschädigungen zu beantragen. Bild: Alessandro della Valle/Keystone

Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen haben lange darauf gewartet: Ab sofort können sie Anträge auf eine finanzielle Entschädigung einreichen.

von Otto Hostettler

Die Eingabefrist läuft am 31. März 2018 ab, dann werden auch erste Teilzahlungen ausgeschüttet. Die Solidaritätszahlungen werden höchstens 25'000 Franken pro Person betragen. Sollten mehr als 12'000 Gesuche bewilligt werden, fiele der Betrag tiefer aus. Innerhalb von vier Jahren sollen alle Gesuche behandelt und alle Gelder ausbezahlt sein.

Die Entschädigung ist gedacht für Verdingkinder, administrativ Versorgte, Zwangssterilisierte, Zwangsadoptierte, Heimkinder und andere von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen Betroffene. Anspruch haben Opfer, deren körperliche, psychische oder sexuelle Unversehrtheit oder deren geistige Entwicklung unmittelbar und schwer beeinträchtigt worden sind. 

Der Solidaritätsbeitrag wird möglich, nachdem National- und Ständerat letztes Jahr dem Gegenvorschlag zur Wiedergutmachungsinitiative zugestimmt haben. Seit Jahren fordert der Beobachter, die Schweiz müsse die von solchen Zwangsmassnahmen Betroffenen finanziell entschädigen.

So gehen Betroffene vor

Ab Anfang 2017 können Verdingkinder, administrativ Versorgte, Zwangssterilisierte und andere Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen beim Bundesamt für Justiz mit einem einfachen Gesuch ihren Anspruch auf eine finanzielle Wiedergutmachung anmelden. Eingabefrist ist der 31. März 2018.

Das Gesuch online ausfüllen:
Bundesamt für Justiz (.pdf-Datei)

Das Gesuch herunterladen und handschriftlich ausfüllen:
Bundesamt für Justiz (.pdf-Datei)

Die Dokumente in Papierform bestellen:
Bundesamt für Justiz (.pdf-Datei)

Eine detaillierte Anleitung zum Vorgehen (.pdf-Datei)

Allgemeine Informationen zu den Solidaritätszahlungen für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen

Die aufgelisteten Anlaufstellen bieten auch Unterstützung an beim Ausfüllen der Gesuche und bei der Beschaffung allfälliger Akten.

Veröffentlicht am 2017 M01 03