Gendefekt oder Gewalt – warum war die kleine Lara verletzt?
Ein junger Vater wird wegen Körperverletzung verurteilt. Er soll seinem Baby ein Bein gebrochen haben. Dass ein bestätigter Gendefekt die Ursache für die Verletzungen ist, glaubt ihm das Gericht nicht.
Veröffentlicht am 12. Mai 2026 - 06:00 Uhr

Am Kinderspital entdeckten Ärzte Brüche an Lendenwirbel und Oberschenkel des Babys – und alarmierten die Polizei.
Ein Donnerstagmorgen im Juni 2023. Patricia Costa und Timo Brändle wickeln gemeinsam ihre Tochter Lara, noch keine zwei Monate alt. Den beiden fällt auf, dass ihre Kleine nur noch das linke Bein bewegt. Als sie ihr rechtes Beinchen anheben, lässt Lara es fallen. Auf Anraten der Kinderärztin fahren die jungen Eltern ins Spital nach Winterthur. Dort, so schildern sie es fast drei Jahre später, beginnt für sie ein Fiebertraum, der bis heute anhält.
Stundenlang sei ihre Tochter untersucht und geröntgt worden, erzählen Particia Costa und Timo Brändle, die wie Lara tatsächlich anders heissen. Sie hätten warten müssen, ohne dass jemand ihnen auch nur ein Wort gesagt habe. Patricia Costa meint rückblickend: «Wir waren wütend, weil wir dachten, unsere Tochter könnte schwer krank sein – und niemand sagt uns was.»