Veröffentlicht am 16. Oktober 2026 - 10:40 Uhr

Das Verhalten der Menschen verändert sich, wenn sie sich durch smarte Brillen beobachtet fühlen, meint Philosoph Christian Budnik.
Ich bin im Zug neulich an einem freien Sitzplatz vorbeigegangen, nur weil gegenüber ein junger Mann sass. Er hatte eine Sonnenbrille auf, die verdächtig nach einer «smarten» Brille aussah, mit der man alles, was man sieht, aufzeichnen kann. Vielleicht war es nur eine normale Sonnenbrille. Aber in der Millisekunde, in der ich mich entscheiden musste, war der Verdacht genug, um mich weitergehen zu lassen.
Dabei glaubte ich, dass sich dieses Thema ein für alle Mal erledigt hätte. 2013, also vor einer gefühlten Tech-Ewigkeit, ist Google Glass auf den Markt gekommen; ein am Kopf befestigter Miniaturcomputer mit einer Kamera und einem Prisma als Bildschirm vor dem Auge, mit dem man Zugriff auf das Internet hatte und durch ein Blinzeln Fotos schiessen konnte.