Die Aussicht auf das St. Galler Rheintal ist prächtig. Doch Richard Braun ist nicht glücklich: «Es ist schön hier, aber wir sind nicht frei.» Statt auf Reise zu gehen, wie es im Frühjahr üblich wäre, steckt der 44-jährige Jenische mit seiner Familie in dieser gemieteten Wohnung fest, «abgeschnitten von meinem Volk». Bilder der abwesenden Grossfamilie schmücken den Raum.

Die Familie ist unfreiwillig sesshaft, weil sie im Winter keinen Platz für ihren Wohnwagen findet. Schweizer Fahrende leben traditionellerweise halb nomadisch – und legen in der kalten Jahreszeit eine Pause auf einem sogenannten Standplatz ein. Seit drei Jahren sucht Braun eine freie Parzelle auf einem solchen Platz: «Ich will nicht einen Platz aus Gold, ich will nur einen kleinen Flecken.»

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