Ehre ist der Ruf, als ein charakterlich anständiger Mensch zu gelten. Familien, Behörden und der Staat besitzen keine Ehre, juristische Personen (Firmen) hingegen schon. Wird jemand nur in seiner Rolle als Geschäftsmann, Politiker, Künstler oder Sportler herabgesetzt und nicht zugleich als ehrbarer Mensch, gilt dies juristisch nicht als Ehrverletzung. Folgende Ehrverletzungen werden unterschieden:

Üble Nachrede (Antragsdelikt)

Üble Nachrede begeht, wer gegenüber einem Dritten über das Opfer eine Tatsache oder ein so genanntes gemischtes Werturteil äussert, das die Ehre verletzt. Eine Tatsachenbehauptung ist zum Beispiel der Satz «Deine Frau ist eine Ehebrecherin»; ein gemischtes Werturteil ist die Äusserung «Deine Frau ist eine Ehebrecherin, diese Schlampe!». Ein reines Werturteil wie zum Beispiel der Ausdruck «Deine Frau ist eine Schlampe» fällt nicht unter üble Nachrede (sondern unter Beschimpfung, siehe unten). Straflos bleibt, wer beweisen kann, dass eine Tatsachenbehauptung wahr ist oder für wahr gehalten werden durfte.
Strafmass: Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen