Giuseppe Larosas Stimme klingt an diesem Abend bösartig heiser. «Von jetzt an richtet ihr euch selber, entweder mit Giftkapsel oder Pistole», sagt er in die Runde. Larosa, genannt «Peppe la mucca» (die Kuh), ist Kadermitglied der ’Ndrangheta, der kalabrischen Version der Mafia. Seit Jahren waren ihm die Fahnder aus Kalabrien auf den Fersen, filmten ihn heimlich bei einem Aufnahmeritual in der Lombardei. Im November 2014 klickten in Reggio Calabria die Handschellen, Anfang Mai dieses Jahres wurde er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

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Das 1000-Seelen-Dorf, in dem der ’Ndrangheta-Boss bis vor seiner Verhaftung lebte, liegt etwas abseits der grossen Zentren in einem Seitental. Einzige touristische Attraktion ist ein Heilbad, das vor mehr als 150 Jahren abbrannte. Der Name des Schweizer Orts: Pragg-Jenaz im bündnerischen Prättigau.