«Das Gesundheitswesen braucht mehr Kooperation statt mehr Wettbewerb»
Erneut belasten steigende Krankenkassenprämien die Haushaltsbudgets. Doch der politische Ruf nach mehr Markt und Wettbewerb macht das System nicht günstiger, sondern vergrössert die administrative Last und führt zu einer technokratischen Medizin.
Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 - 05:00 Uhr

Medizin und ihre Kosten sind ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren, schreibt Chefarzt Andreas Kistler.
Alle Jahre wieder: Ende September wird der Anstieg der Krankenkassenprämien bekanntgegeben, und sogleich geht ein Aufschrei durch Medien, Bevölkerung und Politik. Was ich bestens verstehen kann, denn die Prämien belasten das Haushaltsbudget zunehmend. Leider hat der Kostenanstieg im Gesundheitswesen aber auch Folgen, die vielen verborgen bleiben. Er befeuert Gegenmassnahmen, die nicht nur kontraproduktiv sind, sondern auch zu einer schleichenden Zweckentfremdung der Medizin führen: weg von einer ganzheitlichen, menschlichen, verantwortungsvollen Behandlung hin zu einer technokratischen, standardisierten und gewinnorientierten Medizin.
Wieso die Kosten ständig steigen
Viele Gründe für den Anstieg der Gesundheitskosten liegen ausserhalb des eigentlichen Gesundheitswesens. Die jährlichen Pro-Kopf-Gesundheitskosten von über