Auf Geheiss der Schweizer Behörden wird seit Jahren das Salz mit Jod versetzt, um Kröpfe zu verhindern. Via Salz werden beinahe alle Lebensmittel mit Jod versetzt. Jodhaltig ist auch das Futter der Schweine, Rinder und Hühner – und jodhaltig ist ihr Fleisch.

Für manche Menschen ist das des Jods zu viel: Sie reagieren mit Schilddrüsenproblemen, mit Schlaflosigkeit, Pickeln und Heisshungeranfällen (siehe Artikel zum Thema Jodierung: «Von Amts wegen vergiftet»).

Die schweizerische Fluor- und Jodkommission legte erstmals seit 1983 Resultate ihrer Studie über die Jodhaltigkeit unserer Lebensmittel vor. Das Fazit: Die tägliche Jodaufnahme pro Person betrage nur 150 bis 200 Mikrogramm. Der Selbsthilfeverein «Krank durch Jod» reagiert ungehalten auf die Studie: «Die Berechnungen basieren auf einem Diätmenü. Tägliche Lebensmittel wie Bouillon, Kuchen, Mineralwasser oder Rotwein fehlen», sagt Denise Vanazzi, die Präsidentin des Vereins. Die Bevölkerung esse nicht – wie behauptet – 200 Mikrogramm Jod, sondern schnell einmal über 900 Mikrogramm Jod täglich, sechsmal mehr, als die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfehle.

Studienleiter Max Haldimann vom Bundesamt für Gesundheit widerspricht: «Die Berechnungen wurden anhand der statistischen Verzehrsdaten, wie sie für die Schweiz charakteristisch sind, vorgenommen.»

Die schweizerische Fluor- und Jodkommission steht unter wachsendem Druck. Am 22. März 2005 hatte sie sich an der ETH Zürich erstmals Jodkranken gestellt und versprochen, ihre gesundheitlichen Beschwerden genauer zu untersuchen. Doch bis heute, klagt Denise Vanazzi, «haben wir nichts mehr gehört».

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