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Gräte im HalsWas ist zu tun?

Wer eine Gräte verschluckt hat, sollte in aller erster Linie Ruhe bewahren. Was sonst noch hilft.

Von aktualisiert am 07. August 2017

Als Hans K. eine frische Forelle verspeist, spürt er plötzlich einen stechenden Schmerz auf der rechten Rachenseite. Zudem beginnt es ihn im Hals zu würgen – eine Gräte.

Der Rat des Medgate-Ärzteteams:

Wenn man beim Essen eine Gräte oder ein Knöchelchen verschluckt und diese im Hals stecken bleiben, sollte man vor allem Ruhe bewahren. Ein gut beleuchteter Spiegel oder eine Taschenlampe und ein Handspiegel können helfen, die Gräte zu finden. Oft ist der lästige Fremdkörper im Mund- oder im Rachenbereich gut sichtbar, so dass man versuchen kann, ihn mit einer stumpfen Pinzette zu entfernen. Gelingt dies nicht, sollte so bald wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.

Ist hingegen nichts sichtbar, dürfte die Gräte tiefer im Rachen oder sogar in der Speiseröhre sitzen. Gelegentlich kann ein altes Hausmittel helfen: Man bereitet frischen Zitronensaft zu oder nimmt Salatessig. Diese Flüssigkeit schluckt man in kleinen Portionen; die Säure weicht die Gräte auf und rundet die Spitze. Nun versucht man, die gelöste Gräte mit etwas weichem Brot oder Kartoffeln hinunterzuschlucken.

Schlimmstenfalls zum Facharzt

Gelingt dies nicht und bleibt der stechende Schmerz beim Schlucken, sollte man den nächsten Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) aufsuchen. Im Gegensatz zu Knochensplittern sind Fischgräten im Röntgenbild oder MRI meist nicht sichtbar. Der Facharzt kann aber mit Spezialinstrumenten die Fremdkörper bis in den vorderen Bereich der Speiseröhre finden und entfernen. Um den Würgereflex zu unterdrücken, wird er vorher den Rachen mit einem Spray unempfindlich machen. Die Behandlung ist deshalb weder schmerzhaft noch belastend.

In seltenen Fällen kann auch der HNO-Arzt die Gräte nicht lokalisieren oder nicht erreichen. Eine fest sitzende Gräte muss aber immer entfernt werden, selbst dann, wenn die Beschwerden mit der Zeit nachlassen. Besonders zu beachten sind Situationen, in denen sich eine Gräte in die Speiseröhrenwand gebohrt haben könnte. In der Folge kann es zu Infektionen, vereinzelt sogar zu lebensbedrohlichen Abszessen im Brustraum kommen. Hier kann sogar eine Spiegelung durch einen Magen-Darm-Spezialisten nötig sein.

Der Magensaft löst die Gräte auf

Doch die meisten verschluckten Gräten bereiten kaum Probleme; sie werden von der Säure im Magensaft aufgelöst. Hans K. haben wir geraten, es mit Zitronensaft und anschliessend mit Brot zu versuchen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass er bei Medgate anruft, um das Ergebnis zu melden. Eine Stunde später konnte sich Hans K. bereits wieder ohne Schmerzen an seinem Essen erfreuen.