Tanja Krones, die Mitgliederzahlen der Sterbehilfeorganisation Exit steigen rasant, allein 2025 um acht Prozent. Ist das Tabu des assistierten Suizids endgültig gebrochen?
Der Umgang mit Sterben und Tod ist Teil unseres Alltags geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die moderne Medizin immer mehr Leben rettete, trat das Sterben stark in den Hintergrund. Auch die Palliative Care – der Verzicht auf lebenserhaltende Massnahmen – hat stark dazu beigetragen, dass wir heute offener darüber sprechen. Viel häufiger als der assistierte Suizid ist der Verzicht auf lebenserhaltende Massnahmen am Lebensende. Ich sehe aber auch gegenläufige Tendenzen, etwa Techgurus und die ganze sogenannte Longevity-Bewegung, die das ewige Leben versprechen. Das nährt die unrealistische Hoffnung, man könne alles heilen. Doch am Ende geht es nicht darum, ob wir sterben, sondern wie.

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