Die Venen in den Beinen leisten Erstaunliches – sie transportieren Blut in Gegenrichtung zur allmächtigen Schwerkraft. Für gesunde Venen ist das kein Problem. Die Wadenmuskulatur und Venenklappen sorgen dafür, dass Blut nur in eine Richtung fliesst, nämlich nach oben. Anders bei kranken Venen: Ihre Klappen sind defekt, das Blut fliesst in die Beine zurück, staut sich und versackt. Das unschöne Ergebnis sind ­geschlängelte, hervorquellende Venen – Krampfadern eben. Jeder fünfte Erwach­sene leidet darunter, Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Krampfadern sind weit mehr als ein kosmetisches Problem. Sie können Beschwerden verursachen – «schwere Beine» und Wassereinlagerungen (Ödeme) an den Knöcheln. Mit der Zeit kann sich die Haut bräunlich oder weisslich verfärben. In schweren Fällen werden Haut- und Unterhautgewebe so schlecht durchblutet, dass sich nässende, schlecht oder gar nicht heilende Wunden bilden, im Volksmund auch «offenes Bein» genannt. Weitere Gefahren sind Venenentzündungen oder in seltenen Fällen Blutgerinnsel in den Krampfadern: Thrombosen. Sie können unter Umständen eine Lungenembolie verursachen – und die kann tödlich sein.