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Grauer StarOperation kann ins Auge gehen

Oft sind Patienten mit dem Ergebnis ihrer Augenoperation nicht zufrieden. Sie werden zu wenig aufgeklärt, kritisieren Patientenschützer.

Verschwommene Sicht: Beim grauen Star wird das Auge trüb. In einer Operation kann das behoben werden.
von aktualisiert am 30. August 2018

Susana Born freute sich auf die Zeit nach der Operation. Der graue Star hatte ihre Augen getrübt. Konturen sah sie bloss noch verschwommen, alle Farben schienen matt, abends blendeten die Lampen. Das alles würde besser werden. Und das Beste: Um in die Ferne zu sehen, werde sie keine Brille mehr brauchen.

Im Juni wurde Susana Born in einer Zürcher Augenklinik operiert Auge So blicken Sie durch . Jetzt braucht sie zwei Brillen: eine für die Ferne und eine Lesebrille. «Ich habe mich extra für eine teure Speziallinse entschieden, obwohl ich 1390 Franken aus dem eigenen Sack bezahlen musste. Die Linse werde die Fehlsichtigkeit korrigieren, versprach mir die Ärztin», sagt Born. Besonders stossend: Die Sehstärke beider Augen unterscheidet sich jetzt stark, mit einer günstigen Standard-Lesebrille lässt sich das nicht korrigieren.

Operation garantiert kein brillenfreies Leben

Bei der Schweizerischen Stiftung SPO Patientenschutz nehmen die Beschwerden von Patienten stark zu, die mit dem Ergebnis der Operation des grauen Stars nicht zufrieden sind. «Viele Augenärzte wecken völlig falsche Hoffnungen. Sie erklären zu wenig, was es heisst, wenn der Zielwert nicht erreicht wird», sagt SPO-Expertin Christina Strässle.

Am meisten stört sie, wenn den Patienten ein brillenfreies Leben versprochen wird, um ihnen teure Speziallinsen Grauer Star Wie sich Augenärzte durch die Operation bereichern aufzuschwatzen: «Jeder Eingriff ist mit einem Risiko behaftet. Bei der Operation kann die Position der Linse nach dem Eingriff nur geschätzt werden. Eine Abweichung um einen Millimeter bedeutet eine Verschiebung um 1,5 Dioptrien», sagt Strässle. Eine solche Abweichung kann auch entstehen, wenn die Gewebestruktur im Auge zu schwach ist.

Teures Laserverfahren bringt keinen Vorteil

Viele Augenkliniken bieten neben der traditionellen Operationsmethode auch ein Laserverfahren an, bei dem die Linse mit dem Laser zerlegt und anschliessend abgesaugt wird. Pro Auge kostet die Methode rund 2000 Franken, die Grundversicherung beteiligt sich nicht. Bezahlen müssen das die Patienten selber. 

«Beim grauen Star bringt der Laser in 99 von 100 Fällen keinen Vorteil.»

Daniel Bruun, Leiter Augenlaser Centrum St. Gallen

 

Viele Augenärzte behaupten, die Lasermethode sei schonender, die Wunde heile deshalb schneller. «Das ist Quatsch», sagt Daniel Bruun, Leiter des Augenlaser Centrums St. Gallen. Das Zentrum ist spezialisiert auf die Behebung der klassischen Fehlsichtigkeit mittels Laser. «Beim grauen Star bringt der Laser in 99 von 100 Fällen keinen Vorteil.»

Eine aktuelle Vergleichsstudie der Cochrane-Stiftung gibt ihm recht. Die Forscher analysierten die Ergebnisse von 16 Studien und kamen zum Schluss, dass es momentan keinen Beweis für die Überlegenheit der Lasermethode gebe. Die Cochrane-Stiftung ist ein weltweites Netz von Wissenschaftlern und Ärzten. Ihre oberste Prämisse ist der Verzicht auf finanzielle Förderung durch die pharmazeutische oder die medizinische Industrie. Ihre Ergebnisse gelten als besonders glaubwürdig.

Musterbriefe: Rechnungen für Linse

Unser Bericht Anfang August «Wie sich Augenärzte durch die Operation des grauen Stars bereichern» Grauer Star Wie sich Augenärzte durch die Operation bereichern stiess auf reges Interesse. Darin wurde kritisiert, dass Patienten oft mehr als nur die Preisdifferenz zwischen Standard- und Komfortlinsen selber bezahlen müssen.

Der Beobachter will an diesem Thema dran bleiben. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Bitte senden Sie uns die Rechnungskopie des Arztes für Ihre Katarakt-Operation (Zusatzrechnung für Mehrkosten der Linse an Sie und die Rechnung, die an die Krankenkasse ausgestellt wurde; sofern vorhanden, legen Sie uns auch Unterlagen zu den Mehrkosten, die Ihnen der Arzt abgegeben hat, bei). Wir werden Ihre Einsendung bestätigen und absolut vertraulich behandeln.

Hier können Sie die Musterbriefe downloaden, um die Rechnungen bei Ihrem Augenarzt und Ihrer Krankenkasse einzufordern:

Musterbrief an die Krankenkasse

Musterbrief an die Ärztin / den Arzt

Sobald Sie die vollständigen Unterlagen von der Krankenkasse respektive der Ärztin / dem Arzt erhalten haben, können Sie diese per Post senden an: 

Redaktion Beobachter
Stichwort grauer Star
Flurstrasse 55
Postfach
8021 Zürich

Oder per E-Mail an: grauerstar@beobachter.ch 

Bitte beachten Sie: Wir werden nicht für Sie tätig werden, sondern möchten uns in einer ersten Phase einen Überlick verschaffen, wie Augenärzte Operationen abrechnen.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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