Der Rat des Medgate-Ärzteteams:

Die Bauchwand besteht vorwiegend aus Muskulatur, Muskelhaut (Faszie), Fettgewebe und Haut. Die Bauchmuskulatur schützt die Eingeweide vor Einwirkung äusserer Kräfte. Sie spielt eine Rolle bei der Atmung und Bauchpresse (Stuhlgang) und bei der Körperhaltung als Gegenspieler der Rückenmuskulatur. Jeder Bauchwandbruch besteht aus Bruchsack (ausgestülptes Bauchfell), Bruchpforte (Bruchlücke), und Bruchinhalt (meist Darm). Bruchpforten entstehen meist durch Ausweitung kleiner Lücken in der Bauchwand.

Je nach Lage bezeichnet man einen Bruch als:

  1. Nabelbruch: der Nabelring ist nach der Geburt häufig noch offen. Er kann sich z. B. bei Fettleibigkeit ausweiten und so zur Bruchpforte werden.

  2. Leistenbruch: durch den Leistenkanal zieht bei Männern der Samenstrang, bei Frauen ein Band der Gebärmutter. Es kommen angeborene und erworbene Brüche vor.

  3. Oberbauch- oder epigastrischer Bruch: tritt aus einer Lücke zwischen den geraden Bauchmuskeln oberhalb des Nabels.

  4. Narbenbruch: entsteht, wenn nach einer Operation zwar die Körperhaut verheilt, nicht aber die Muskelfaszie.

Ein Bruch heilt nie von selbst. Bruchbänder oder Stützkorsette sind auf Dauer eher schädlich; auf keinen Fall bringen sie Heilung. Ohne Operation kann es unter Umständen zu gefährlichen Komplikationen – insbesondere Darmeinklemmung und Darmverschluss – kommen. Durch die Operation kann bei gesicherter Diagnose in den meisten Fällen ein sicherer und dauerhafter Verschluss der Bauchwand erreicht werden. Rückfälle sind aber nicht auszuschliessen. Sie werden durch vorzeitige körperliche Belastung und hohen Druck in der Bauchhöhle begünstigt. Besprechen Sie die Problematik mit Ihrem Hausarzt und Chirurgen.

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