Wer kennt es nicht aus eigener Erfahrung? Ein üppiges Essen oder reichlicher Alkoholkonsum – und schon brennt der Magen. Rund 30 Prozent aller Menschen leiden regelmässig unter solchen Beschwerden. Auslöser ist saurer Magensaft, der in die Speiseröhre gelangt und dort die Schleimhaut reizt.

Normalerweise verhindert ein ringförmiger Muskel am Mageneingang, dass Säure zurückfliesst. Nikotin und Alkohol lassen diesen Schliessmuskel erschlaffen und fördern dadurch den Rückfluss von Magensäure. Zudem regen sehr fettiges Essen, Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen, Kaffee und Schokolade die Säureproduktion übermässig an. Auch Übergewicht und enge Kleidung begünstigen Sodbrennen: Der Druck auf die Eingeweide überträgt sich auf den Magen, und es wird Magensäure in die Speiseröhre zurückgepresst.

Bei unklaren, wiederkehrenden Magenbeschwerden sollten Sie zuerst Ihre Essgewohnheiten überprüfen: Ideal sind fünf bis sechs kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten, die ausgewogen zusammengesetzt sind und langsam eingenommen werden. Ebenso empfiehlt es sich, den Lebensstil zu überdenken, denn Stress und seelische Belastungen begünstigen Magenbrennen und saures Aufstossen.

Wenn dies alles nicht hilft, ist die Einnahme von Medikamenten zu prüfen: Frei erhältliche Mittel wie Rennie oder Alucol helfen kurzfristig, die Säure zu neutralisieren. Andere Medikamente wie Zantic oder Antra greifen aktiv in die Säureproduktion ein, sind aber meist rezeptpflichtig. Ausserdem gilt es zu beachten, dass schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, Blutdrucksenker sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel Sodbrennen verursachen oder verschlimmern können.

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Fazit des Medgate-Ärzteteams:

  • In den meisten Fällen lassen sich Magenbrennen und saures Aufstossen verhindern, indem das Essverhalten korrigiert wird: Essen Sie in Ruhe und mit Genuss. Verzichten Sie auf Snacks und fettige Zwischenmahlzeiten – sie regen die Säureproduktion unnötig an. Auch sollten Sie vier Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen.

  • Meiden Sie hochprozentigen Alkohol und Nikotin.

  • Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper (zirka 20 Zentimeter). Dadurch wird der Säurerückfluss erschwert.

  • Wenn die Beschwerden nach vier Wochen konsequenter Behandlung nicht verschwinden oder wenn zusätzliche Beschwerden auftreten, sollten Sie sich an einen Arzt wenden.