Peter Z., 56, ist begeisterter Langläufer. Dass ihm nach einem Tag auf den Ski jeweils die rechte Schulter leicht wehtut, daran ist er gewöhnt. In der Nacht aber ist der Schmerz so intensiv wie noch nie und will nicht abklingen.

Schmerzen in der Schulter sind häufig. Oft entwickeln sie sich über Monate, manchmal über Jahre, werden stärker und schränken die Beweglichkeit ein. Ausgangspunkt der Beschwerden ist vielfach der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach: Darin befinden sich Schleimbeutel, Blutgefässe und eine Sehnenplatte (Rotatorenmanschette). Die Muskeln der Rotatorenmanschette haben unter anderem die Aufgabe, den Oberarmkopf zu bewegen und stabil in der Gelenkpfanne zu halten. Wird die Schulter stark beansprucht, können sich Sehnen und Schleimbeutel entzünden. Der ohnehin knappe Raum unter dem Schulterdach wird noch enger – allein schon das Heben des Arms kann schmerzhaft sein.

Typisch für überlastungs- oder verletzungsbedingte Entzündungen der Rotatorenmanschette sind Nacht- und Ruheschmerzen; oft strahlen sie auch in den Arm aus. Bevor eine Behandlung begonnen wird, ist unbedingt auszuschliessen, dass die Schmerzen durch Probleme in der Halswirbelsäule verursacht sind.

Linderung dank Kältewickeln

Selbst wenn nicht genau bekannt ist, woher die Schmerzen kommen, sollte der Körper zu Beginn der Therapie geschont werden. Die Schulter darf aber nicht mit einem Verband fixiert werden, da sie sonst versteift. Sind die Schmerzen akut, können Kältepackungen, notfalls auch entzündungshemmende Medikamente helfen. Bringt auch dies keine Linderung, kann eine Spritze ins Schultergelenk nötig sein, die neben einer entzündungshemmenden Substanz auch ein Betäubungsmittel enthält.

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Um Schulterschmerzen dauerhaft loszuwerden, sind in der Regel krankengymnastische Übungen nötig. Vor allem wenn die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, sind sie unverzichtbar. Bewegungsübungen müssen von einer Fachperson angeleitet sein. Erst wenn all dies keine Besserung bringt, ist eine Operation in Betracht zu ziehen.

Peter Z. wurde geraten, Kältepackungen auf die zu schonende Schulter zu legen und ein entzündungshemmendes Medikament aus der Hausapotheke einzunehmen. Da seine Beschwerden bisher nicht untersucht wurden und er noch nie Krankengymnastik gemacht hat, lautete die Empfehlung, bei nächster Gelegenheit mit dem Hausarzt darüber zu sprechen.