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StimulanzmittelMutter Natur macht scharf

Es muss nicht immer Viagra sein: Auch mit ganz alltäglichen Nahrungsmitteln lassen sich Lust und Leidenschaft im Bett wirksam steigern.

Galt früher als natürliches Potenzmittel und soll von Casanova in rauen Mengen geschlürft worden sein vor seinen ausgedehnten Liebeleien: Austern.

Von aktualisiert am 19. Juli 2018

Liebe Biochemie Das Rätsel der Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Seit Urzeiten glauben die Menschen, dass auf diesem Weg auch der körperlichen Liebeskraft und Leidenschaft nachgeholfen werden kann. Seien es nun exotische Kräuter oder alltägliche Gemüse: Beinahe jedes Lebensmittel hatte schon mal die Ehre, als Aphrodisiakum zu dienen. Die Liste reicht von A wie Austern (die Casanova als Doping für seine ausdauernden Liebesspiele schlürfte) bis Z wie Zwiebel (von der man einst in Klostern befürchtete, sie könnte unkeusche Gedanken hervorrufen).

Ihren Namen haben die Aphrodisiaka von Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe und Verführung. Im Namen der Göttin sollen diese Mittel Lustgefühle wecken, die Ausdauer beim Liebesspiel steigern oder einem impotenten Mann Stehkraft verleihen.

Eindeutig zweideutige Formen

Eine Zwiebel als Auslöser von unkeuschen Gedanken? Einer Auster traut man dies schon eher zu, lässt die edle Muschel doch allein wegen ihrer Form und Beschaffenheit eindeutig zweideutige Schlüsse zu. Das gilt natürlich auch für den Spargel und viele andere Gemüse und Früchte, die ihrer Form nach an männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale erinnern: von der Birne über die Melone bis zu den hodenförmigen Knollen der Orchideen. Es geht aber auch weniger direkt: Charmante Liebhaber pflegen von Pfirsichhaut, Kirschenmund und Mandelaugen zu schwärmen.

Viele Lebensmittel verdanken ihren Ruf als Aphrodisiaka vor allem auch dem Äussern. Die meisten Nahrungsmittel können wohl die Fantasie beflügeln – eine nachweisbar anregende Wirkung aber haben sie nicht. Mit einer Ausnahme vielleicht: Die Auster enthält viel Zink, was die Bildung und die Beweglichkeit von Spermien fördern kann. Doch anders als etwa der Tigerpenis oder das Horn des Nashorns sind Gemüse und Früchte zumindest gut für die Gesundheit – was wiederum gut ist für die Liebe.

Oft schwere Nebenwirkungen

Dennoch ist man auf der Suche nach wirksamen Aphrodisiaka mehrfach fündig geworden. Mutter Natur kann tatsächlich an- und sogar erregen. Nur ist das nicht immer ganz unproblematisch: Potente Naturheilmittel etwa können schwere Nebenwirkungen auslösen und bei falscher Dosierung zu schmerzhafter Dauererektion führen. Das ist mithin der Grund, weshalb die so genannte Spanische Fliege (in Tat und Wahrheit handelt es sich um einen Käfer) bei uns verboten ist.

Weniger gravierend sind die Nebenwirkungen des Wirkstoffs Yohimbin, der aus der Rinde des gleichnamigen afrikanischen Baums gewonnen wird. Allerdings ist diese Erektionshilfe – gleich wie Viagra – nur mit ärztlichem Rezept erhältlich.

Die Lockstoffe der Lebensmittel

So halten Mann und Frau sich besser an alltägliche Speisen, die zwar keine mechanischen, dafür aber sinnlich anregende Erfolge versprechen. Für manchen Heilpflanzenforscher steht der Sellerie Winter-Quiz Sellerie, Sauerkraut oder Brausetabletten? Die Antworten. ganz oben auf der Liste. Dieses seit dem Altertum als Aphrodisiakum gerühmte Gemüse enthält Stoffe, die den menschlichen Sexualhormonen sehr nahe kommen und damit sexuell erregen können.

Ähnliches gilt für die Trüffel Trüffel Für einen Sack voll Hundefutter . Die weiblichen Trüffelschweine, die die edlen Pilze aufspüren, lassen sich durch deren markanten Geruch anziehen, der sie stark an die Lockstoffe paarungsbereiter Eber erinnert. Dasselbe wirkt im Prinzip auch beim Menschen.

Der Mensch lebt aber nicht allein nach seinen Instinkten. Gut, dass sich auf der endlosen Liste der Aphrodisiaka auch Wirkstoffe finden, die das Liebesleben auf anderem Wege fördern können. Zum Beispiel Alkohol: Ein Glas Champagner hebt die Stimmung und baut Hemmungen ab Erektionsstörungen Gelassenheit steht jedem Mann . Ein Glas Rotwein tuts zur Not auch, während von Bier abzuraten ist. Und wie im Strassenverkehr sollte sich vor allem der Mann auch beim Sexualverkehr an die 0,8-Promille-Grenze halten: Darüber lässt seine Liebeskraft keine erhebenden Erlebnisse mehr zu.

Andere Mittel wie Guarana oder Ginseng, beide in Apotheken erhältlich, sind gut für die Ausdauer beim Liebesspiel. Der Gewürzwurzel Galgant sagt die asiatische Liebeslehre sogar nach, dass sie zu einem zwölfmaligen Koitus befähige – was leicht übertrieben sein dürfte.

Als wärmendes Gewürz steht Galgant zusammen mit Ingwer, Chili oder Pfeffer weit oben auf der Liste der Aphrodisiaka. Die scharfen Sachen reizen die Harnwege.

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Auch das Umfeld muss stimmen

Heisse Effekte lassen sich auch erzielen, wenn Scharfes äusserlich angewandt wird – es muss ja nicht gleich Tabasco sein. Die indische Liebeslehre des Kamasutra rät sogar, dem Speichel vor dem oralen Verkehr mit einer zerkauten Ingwerscheibe die nötige Würze zu verleihen. Wer mit Ingwer Mühe hat, kann aber auch auf Menthol ausweichen.

Zum Glück für empfindlichere Gaumen finden sich unter den aphrodisierenden Speisen auch weniger scharfe Sachen, die scharf machen. Safran zum Beispiel wird eine stark erotisierende Wirkung nachgesagt. Auch Muskatnuss soll zum Liebesrausch anregen können. Petersilie reizt Harnwege sowie Uterus; Kürbiskerne sind gut für die Prostata.

Auch der Lachs tut dem Liebesleben längerfristig gut. Der beliebte Fisch enthält ein hohes Mass an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren Omega 3 Fisch auf den Tisch! , die der Arterienverkalkung vorbeugen. Dieses Argument sollte jeden Mann überzeugen können.

Aber all die Mittel und Mittelchen bringen nichts, wenn das Umfeld nicht stimmt. Wenn zwei Liebende zu einem romantischen Mahl bei Kerzenlicht und sanfter Musik zusammenfinden, wird wohl selbst das schwächste Aphrodisiakum erotisierende Kraft entwickeln.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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