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ZeckenimpfungEin Stich gegen Zecken

Zecken sind in der Schweiz auf dem Vormarsch. Der Bund hat deshalb für 2019 seine Impfempfehlungen angepasst. Wer sich impfen sollte und wie lange eine Impfung wirkt.

Angepasste Empfehlungen: Der Bund empfiehlt neu für die ganze Schweiz eine Zeckenimpfung, wenn man sich häufig in Wäldern und Wiesen aufhält.
Von und aktualisiert am 04. Februar 2019

Frage von Beat W.: Ich gehe oft in den Wald joggen oder spazieren. Soll ich mich gegen Zecken impfen lassen? Und wann ist der beste Zeitpunkt für die Zeckenimpfung?

Eine aktuelle Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) lautet, dass sich in der ganzen Schweiz Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren gegen Zeckenstiche Zecken Schutz vor den Blutsaugern impfen lassen sollten. Dies vor allem, wenn sie sich während der Zeckensaison – also zwischen März und Oktober – häufig im Freien aufhalten. Insbesondere bei Aktivitäten im Wald sei die Impfung empfehlenswert, so das BAG. 

Während bis vor kurzem vor allem die Nordostschweiz und das Mittelland als Zeckenrisikogebiete galten, hat der Bund per Anfang Februar die Impfempfehlung auf die gesamte Schweiz ausgedehnt – mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin. Grund für die Ausweitung der Impfempfehlung ist laut BAG die stark zunehmenden Ansteckungen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Die Impfung soll vor der durch Zecken ausgelösten Hirnhautentzündung schützen. Als Risikogebiete gelten Regionen, in denen jede 100. Zecke das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus in sich trägt.

Was sind Anzeichen für eine Frühsommer-Meningoenzephalitis?

Nicht immer kommt es nach dem Stich mit einer mit FSME-Viren infizierten Zecke zu einer Erkrankung; meist gleichen die Symptome einer Sommergrippe. FSME-Viren können aber eine Hirnhautentzündung verursachen. In schweren Fällen kann es zu Komplikationen mit Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven kommen.

Im schlimmsten Fall kann die Frühsommer-Meningoenzephalitis gar tödlich verlaufen. Typische Symptome einer FSME-Erkrankung sind starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, hohes Fieber, Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen.

Rekord-Hoch bei Hirnhautentzündungen durch Zecken

Die Zecken warten im Gras oder im Unterholz auf ihre Opfer – sie fallen nicht von Bäumen. Förster, Jäger und Waldarbeiter sind heutzutage mehrheitlich geimpft.

Im Jahr 2018 steckten sich 377 Personen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis an – ein neuer Höchststand. Oft sind nicht geimpfte Pilzsucher, Jogger, Biker oder Kinder betroffen. Kleinkinder erkranken höchst selten an der gefürchteten Hirnhautentzündung – und brauchen daher nur in Ausnahmefällen eine Impfung.

Wann sollte man die Zeckenimpfung machen?

Die beste Zeit für eine Impfung ist der Winter, da die Zecken bereits bei Frühlingsbeginn aktiv sind. Damit man gegen die FSME-Viren immun wird, sind drei Schutzimpfungen notwendig: Die ersten beiden werden im Abstand von einem Monat verabreicht. Dann besteht bereits ein zeitlich begrenzter Schutz. Mit der dritten Impfdosis, die fünf bis zwölf Monate nach der ersten gespritzt wird, erfolgt ein Langzeitschutz von 10 Jahren.

Das BAG weist aber darauf hin, dass die Impfung nur einer FSME-Erkrankung vorbeugen kann, nicht aber der Borreliose, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird. Um sich vor Borreliose zu schützen, helfen nur lange Kleidung und Zeckenschutzmittel (siehe Infobox unten: «So schützen Sie sich vor Zeckenstichen»).

So schützen Sie sich vor Zeckenstichen

Das Risiko eines Zeckenstichs lässt sich bereits durch wenige Verhaltensregeln minimieren:

  • Kleidung: Die Haut gut bedecken (lange Hosen, Langarm-Hemden, keine Sandalen). Socken über die Hose stülpen.
  • Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidung auftragen.
  • Unterwegs: Sträucher, Gebüsch und hohes Gras meiden.
  • Absuchen: Nach dem Spaziergang Kleider und Körper absuchen; bei Kindern auch auf die Kopfhaut beim Haaransatz achten. Vorsicht: Junge Zecken sind nur gerade einen halben Millimeter gross.
  • Gestochen? Zecke sofort entfernen.
  • Hunde und Katzen mit entsprechendem Mittel oder Halsband schützen. Auch sie können an Borreliose erkranken oder Zecken mit ins Haus bringen - die dann möglicherweise auf einen Menschen wechseln.
  • Die FSME-Impfung wird allen Erwachsenen und Kindern (ab 6 Jahren) empfohlen, die sich in einem Endemiegebiet aufhalten. Bei diesen Personen trägt die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse die Kosten. Beste Impfzeit ist der Winter, um im Frühling schon geschützt zu sein.

Weitere Informationen zur Zeckenimpfung

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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