Oerlikon-Bührle nennt sich jetzt trendiger Unaxis, der Flughafen Kloten heisst Unique Zurich Airport. Lässt sich dank einer Umbenennung auch eine als verstaubt geltende Tätigkeit aufpeppen und bei den Leuten beliebter machen? Diesen Schluss lässt eine soeben veröffentlichte Diplomarbeit der Fachhochschule für Wirtschaft in St. Gallen (FHS) zu.

Auslöser war die Beobachter-Titelgeschichte «Die Ich AG feiert Hochkonjunktur» im letzten Herbst (Nr. 20/2000), die sich mit dem wachsenden Egoismus beschäftigte. Studentin Daniela Müller führte danach im Zusammenhang mit dem Uno-Jahr der Freiwilligen eine sprachsoziologische Untersuchung durch. Das Ergebnis: Das Wort «Freiwilligenarbeit» ist bei 288 befragten KV-Schülerinnen und -Schülern unbeliebt: altmodisch, abschreckend und mit Arbeit verbunden, lautet das vernichtende Urteil. Viel besser tönt in den jugendlichen Ohren der Begriff «Hilfsbereitschaft» oder, im modernen Englisch, «have a little time for a good thing».

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«Die Sprache hat sicher einen Einfluss, aber eine Umbenennung allein vermag das Problem nicht zu lösen», ist die Autorin der Diplomarbeit überzeugt. «Jetzt sind wir Erwachsenen gefragt; wir sollten den Jugendlichen ein Vorbild sein.» Aber das ist anstrengender als das Erfinden eines neuen Namens.