Bernhard Stadler aus Pfeffikon traute seinen Augen nicht: Stolze 515 Franken kosteten die neuen Pässe für die siebenköpfige Familie plus je fünf Franken Zustellgebühren pro Ausweis ein happiger Posten im Familienbudget.

Seit Anfang Jahr können Kinder nicht mehr in die Elternpässe eingetragen werden; bestehende Einträge gelten nur noch bis Ende 2007. Ein Kinderpass kostet 55 Franken und muss im Gegensatz zum zehn Jahre gültigen Erwachsenenpass (120 Franken) alle drei Jahre erneuert werden.

Philipp Bättig, Chef der Sektion Ausweisschriften beim Bundesamt für Polizei (BAP), hat zwar Verständnis für die Eltern: «Der neue Pass stellt für mehrköpfige Familien eine Belastung dar.» Dennoch glaubt er, dass die Kinderpässe Sinn machten, weil die Familien heute viel mobiler seien als früher und Kinder und Jugendliche öfter ohne Eltern ins Ausland reisten.

Anderer Meinung ist Jacqueline Bachmann von der Stiftung für Konsumentenschutz. Wegen der neuen Regelung bezahlten Familien heute oft das Doppelte für Pässe, und «von einem Mehrwert kann keine Rede sein». Zu denken gibt Bachmann das in einer Mitteilung des BAP ins Feld geführte Argument, der Kinderpass könne bei Familienstreitigkeiten das Entführungsrisiko ins Ausland reduzieren: Diese Begründung sei schlicht «an den Haaren herbeigezogen».

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